Über Pietro Baldassari ist nur bekannt, daß er aus Rom stammt, Geistlicher war, Beziehungen zum Wiener Hof unterhielt und während der 1720er Jahre in Brescia die Funktion eines Kapellmeisters der Kongregation des Oratorio di S.Filippo Neri innehatte. Außerdem müssen zu Bologna Verbindungen bestanden haben, da dort vier seiner Oratorien aufgeführt worden sind. Aus Baldassaris Feder stammen auch zwei in Wien überlieferte Sonaten für Trompete Streicher und Basso continuo. Hinsichtlich ihrer kompositorischen Machart ihrer gestalterischen Nähe zum Concerto entsprechen beide Werke nahezu vollkommen dem Sonaten-Typus, wie er von den Bologneser Meistern gepflegt worden ist. Dennoch weisen Baldassaris Stücke eine Besonderheit auf, als Soloinstrument wird nicht die heroisch-metallene, in deutschen Landen nur den zunftmäßigen organisierten Bläsern zu spielen erlaubte Trompete verlangt, sondern ihr verhalten-trompetenartig klingender "Ersatz", der Cornetto - in Deutschland Zink genannt und im 17. und 18. Jahrhundert vor allem von Stadtpfeifern gebraucht.