Italienischer Komponist (1534 - 1590). Er war Apostolischer Protonotary (Beamter des Vatikan) und Kapellsänger am Hof von Alfonso II d'Este in Ferrara. Er veröffentlichte 9 Ausgaben von Madrigalen und eine Reihe von kirchenmusikalischen Werken.
Als Sänger, Priester, Schriftsteller und Komponist hatte Lodovico Agostini zu seiner Zeit viel Erfolg mit liturgischen Werken. Dennoch ist er am besten für seine Madrigale bekannt. Nach dem Beenden seiner formellen Ausbildung in Rom, gab er 1567 sein erstes Buch mit Gesangsstücken “Musica di ferrarese L.A. ferrarese, sopra le rime bizzarre di Andrea Calmo [Libro primo a quattro voci]” heraus.
Nachdem er in eine musikalische Familie in der Kommune von Ferrara geboren worden war, wurde dem Komponisten ein ausgezeichneter Anfang zu einer starken Karriere gegeben. In vielerlei Hinsicht folgte er den Fußstapfen seines Vaters Agostino Agostini (ebenfalls Priester, Sänger und Komponist), insbesondere als der junge Mann 1572 an der Kathedrale von Ferrara eine Stelle antrat, an der auch sein Vater 30 Jahre vorher seinen Dienst als Priester begann.
Während er als Kapellmeister beim Hof von Fürst Alfonso II d'Este in Ferrara arbeite, und Fürst Guglielmo Gonzaga unterrichtete konnte Lodovico Agostini beinahe alle weiteren Madrigale beendeten, die alle für Ensembles von vier bis sechs Stimmen geschrieben wurden. Dies waren unter anderem “Canzoni alla napolitana . . . libro primo” (1574), “L'echo, et enigmi musicali . . . libro secondo” (1581) und “Madrigali . . . libro terzo” (1582), Seine Arbeiten umfassen einen weiten Bereich von Stilen und Stimmungen. Sie sind zeitweise lustig, weichen häufig von diatonischem Klang ab und gehen mit der Integration der Instrumentation ziemlich liberal um.
Lodovico Agostini wurde 1534 in Ferrara (Italien) als unehelicher Sohn des Musikers Agostino Agostini geboren. Wo er ausgebildet wurde ist bis heute unbekannt. Er scheint jedoch einen Teil seiner frühen Karriere in Rom gewesen zu sein. Seine erste veröffentlichte musikalische Arbeit, das vierstimmige “Occhi soavi e belli” erscheint in Antonio Barrés Sammlung “Il terzo libro delle muse a quattro voci”.
Im Jahr 1563 kam Agostini zurück nach Ferrara, um eine Anstellung an der Kathedrale von Ferrara zu suchen, denn ihm wurde vom Papst Paul IV eine Ernennung in den canonic Stand bewilligt. Dies war für uneheliche Kinder von Geistlichen eine Notwendigkeit, da sie kein Amt in den Kirchen bekleiden durften, in denen ihre Väter arbeiteten. Im Dezember des gleichen Jahres jedoch widerrief der Rat von Trent diese Ernennung.
Nach dieser Enttäuschung ging Agostini nach Mailand. Sein erster Einzelnautorendruck, “Musica di ferrarese L.A. ferrarese, sopra le rime bizzarre di Andrea Calmo [Libro primo a quattro voci]” von 1567 wurde dort veröffentlicht.
Nachdem Agostini am Hof von Alfonso II d'Este in Ferrara angestellt war, fingen seine Musik und die Bücher, in denen sie herausgegeben wurden, mehr und mehr an, seine Umgebung zu reflektieren.
Agostinis letzte erhaltene Veröffentlichung ist das “Lagrime del peccatore” von 1586, eine komplette Ausgabe geistlicher Madrigale, die Guglielmo Gonzaga geweiht wurden. Sie enthält wie üblich Parodien und Überarbeitungen von Gonzagas eigenen Werken.
Agostini starb 1590 und wurde in der Kirche von Santo Spirito begraben. Das Grab hat ein Denkmal das von Enea Montecucculi gestiftet wurde, einem Sponsor von einigen frühen Arbeiten Agostinis.