Warum ich komponiere...?

Das habe ich mich manchmal gefragt und frage es mich immer noch. Warum? Weil es mich dazu treibt? Weil ich ein kreativer Mensch bin, der das einfach braucht? Weil ich es spannend finde, mich aktiv mit den Problemen des Tonsatzes zu beschäftigen? Weil es meine Art ist, mich auszudrücken und mitzuteilen? Weil es Spaß macht?

Wobei „Spaß“ es nicht wirklich trifft. Wir leben in einer „Spaßgesellschaft“. Alles muss Spaß machen. Selbst Schule oder Konfirmandenunterricht. Unterrichtsmodelle, die keinen Spaß machen, sind per se schlecht. Spaß als Diktat ist alles andere als spaßig. Wo bleibt die Erziehung zur Pflicht, zur Verbindlichkeit? Wir leben als Menschen schließlich nicht alleine auf der Welt, sondern sind immer auch Teil einer Gemeinschaft, in der einer auf den anderen auch angewiesen ist.

Die Beschäftigung mit Musik hat für mich immer auch etwas mit Verbindlichkeit zu tun. Die Stimmen, die Harmonien: In der Musik ist alles aufeinander bezogen. In einem Trio übt jeder so lange, bis er seine Stimme kann. Nehme ich das nicht ernst, leidet das gemeinsame Unternehmen, ein Stück zum Klingen zu bringen, darunter. Das ist wahrscheinlich nicht viel anders als beim Sport. Nur kämpfen „Musikermannschaften“ in der Regel nicht gegeneinander und um einen möglichst guten Tabellenplatz…

Meist schreibe ich für die Praxis: Motetten und die Wochensprüche für den Gottesdienst, Lieder und Instrumentalmusik für den Freundeskreis, Klaviermusik für den Unterricht...

Manches entsteht auch durch den Reiz, den die erweiterten Klangmöglichkeiten eines Orchesters haben, wobei ich mich an der klassischen Orchesterbesetzung orientiere.

 

Noten über:

https://www.musicalion.com/de/scores/noten/14771/andreas-wittkopf

https://www.youtube.com/@andreaswittkopf1219