Deutscher Organist, Komponist, Herausgeber und Orgelrevisor. Als Sohn eines Privatlehrers, Schulkandidaten und Organisten, vertrat er schon im neunten Lebensjahr den Vater im Gottesdienst. Er besuchte 1853–1856 das Lehrerseminar in Magdeburg und (nach dessen Verlegung 1855) in Barby. Als Mitglied des Magdeburger Domchores erregte er die Aufmerksamkeit des Domorganisten August Gottfried Ritter, der ihn als Kompositions- und Orgelschüler annahm. Zu Studienzwecken hielt er sich alljährlich in Berlin auf. 1856 erhielt er in Magdeburg eine Anstellung als Volksschullehrer, 1862 wurde er Organist an der Heilig-Geist-Kirche, 1880 Königlicher Musikdirektor, 1883 als Nachfolger Ritters Königlicher Orgelbaurevisor. Als weitere Auszeichnung erhielt er den Titel Professor. Mehrere Jahre lang leitete er einen Gesangverein, mit dem er Konzerte veranstaltete. Mit seinen außerordentlich verbreiteten praktischen Ausgaben und Sammlungen für Seminare, Schulen, Kirchenchöre, Organisten und Privatunterricht wirkte Palme weit über Magdeburg hinaus. Im Gegensatz dazu haben seine Kompositionen kein länger anhaltendes Interesse gefunden. Seine Auswahl- und editorischen Prinzipien wie auch sein Wirken und seine Ansichten als Orgelrevisor wurden später wiederholt scharf kritisiert, finden heute aber wieder Verständnis.