Italienischer Musiker und Komponist des Spätbarocks. Sein Geburtsort, eine Insel bei Venedig, trug ihm den Bei- und Künstlernamen “Il Buranello” ein. Die Venezianer nannten ihn (in Anlehnung an seinen Vornamen) liebevoll “Baldissara”.
Bei seinem Vater, einem Barbier, erlernte er die ersten Schritte in der Musik, aber erst der intensive Unterricht bei Antonio Lotti brachte ihn zu Erfolgen mit Kompo-sitionen für die Opernbühne. Für ein Vierteljahrhundert bis 1770 wurde er der erfolgreichste Vertreter der venezianischen Opera buffa. Seine mehr als 100 Opern erschienen auf den Spielplänen der Opernhäuser in Italien ebenso wie in London, Paris, Wien, Stuttgart, Dresden, Berlin und St. Petersburg. Er reiste in eigener Sache viel durch ganz Europa und traf mit allen namhaften Komponisten seiner Zeit zum Gedankenaustausch zusammen. 1763 wurde er Kapellmeister an der Markuskirche in Venedig und wandte sich daraufhin vermehrt der Kirchenmusik zu. 1965 folgte er einer Einladung von Zarin Katharina II. nach St. Petersburg, wo er drei Jahre lang Leiter der Hofsängerkapelle wurde und mit Erfolg auch Kirchenmusik im russisch-orthodoxen Stil schrieb, die heute noch gelegentlich zu hören ist. Das Schaffen des bekannten russischen Komponisten Dimitri Bortnianski (1751 - 1825) wurde durch ihn stark beeinflußt. Während seines Rußlandaufenthalts begegnete er u. a. auch seinem Landsmann, dem Frauenheld Giacomo Casanova, der ihn bewunderte und in seinen Werken ausführlich kommentiert. Ab 1784 hatte Galuppi zunehmend gesundheitliche Probleme, fuhr aber fort, in seiner Heimatstadt Venedig kompositorische und musikalische Pflichten wahrzunehmen. Noch kurz vor seinem Tod komponierte und leitete er eine sehr aufwendige Weihnachtsmesse für den Markusdom, die dann zu seinem Requiem wurde.