Thomaskantor 1868–1879 und Professor am Konservatorium in Leipzig sowie Musikdirektor an der dortigen Universität. Er studierte ab 1831 zunächst Theologie in Leipzig, wandte sich aber bald ganz der Musik zu.
1843 wurde er als Lehrer für Harmonielehre und Komposition am Königlichen Konservatorium für Musik zu Leipzig angestellt. Damit war er neben Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann einer der ersten sechs ordentlichen Lehrer dieses Instituts. Von 1843 bis 1847 leitete er auch die Leipziger Sing-Akademie, wurde 1851 Organist an der Peterskirche, 1862 an der Neukirche und 1863 an der Nikolaikirche. Hier konnte er auf der gerade neuen Ladegast-Orgel viele seiner Kompositionen vortragen. Damit prägte er sechs Jahre lang die Kirchenmusik an St. Nikolai bis zu seiner Berufung als Thomaskantor im Jahre 1868. In diesem Jahr starb Moritz Hauptmann (1792–1868), der diesen Posten zu der Zeit ausgeübt hatte.
In seiner Auffassung stand er auf dem Boden der alten Generalbasstheorie und verband diese mit der Stufentheorie. Das konnte aber den vielen harmonischen Neuerungen der damaligen Gegenwartskunst nicht mehr gerecht werden. Als Komponist schrieb er Messen, Motetten und daneben weit verbreitete Theoriebücher.