Robert Wolfgang Löffler erblickte am 20. Dezember 1927 in Aschersleben das Licht der Welt. In den Ausweisen des Vaters, Robert Max Löffler, stand als Beruf „Handlungsgehilfe“. Die Mutter Margarete Löffler, geb. Giebel, hatte keinen Beruf erlernt. In der andauernden Situation heftiger Arbeitslosigkeit der 20er Jahre war es neben dem erhaltenen Arbeitslosengeld nur durch zusätzliche Gelegenheitsarbeiten, an denen sich auch Robert Wolfgang Löffler beteiligen musste, möglich, nicht Hunger leiden zu müssen.
Ab 1934 besuchte Robert Wolfgang Löffler vier Jahre die Volksschule und danach sechs Jahre die Mittelschule. In dieser Zeit erwarb er, vorwiegend nach Gehör, von einem befreundeten Laienmusiker Anfangskenntnisse im Akkordeon-Spielen.
Am 8. August 1944 wurde die Schulzeit durch Gestellungsbefehle zum Reichsarbeitsdienst und zur militärischen Ausbildung beendet. Robert Wolfgang Löffler hatte sich nicht freiwillig gemeldet. Er blieb daher bis zur Kapitulation einfacher Soldat. An der Ostfront verwundet (Granatsplitterdurchschlag am Oberarm), kam der 17-Jährige nach der Kapitulation am 8. Mai 1945, in Tschechien in sowjetische Gefangenschaft. Als für die Sowjetunion zu schmächtig, nicht genug arbeitsfähig, wurde er nach einer Odyssee mit einem Kriegsgefangenentransport aus dem Durchgangslager Focani (Rumänien) zurück geschickt und als Arbeitskraft für die Tschechoslowakei eingeteilt. Er arbeitete in mehreren tschechischen Dörfern bei ansässigen Bauern. Nach einem Fluchtversuch Richtung Österreich wurde er für 1 ½ Gefangenenjahre in das Steinkohlenwerk „Klement Gottwald“ Horni Sucha, Märisch-Ostrau, 491 Meter unter Tage geschickt.
Am 24. Dezember 1948 wurde er aus der Gefangenschaft in die Heimat entlassen. Erst nach seiner Ankunft in Aschersleben stellte fest, dass er vor wenigen Tagen 21 Jahre alt geworden war. Für Strafgefangene, die einen Fluchtversuch gewagt hatten, gab es keinen Kalender.
Im Kriegsgefangenenlager Focani hatte ein sowjetischer Wachsoldat einmal sein Radio angestellt, um den Gefangenen eine kleine Freude zu bereiten. Diese menschliche Geste hatte Robert Wolfgang Löffler sehr beeindruckt und ihn emotional oft durch die schwere Gefangenenzeit getragen. Nach der Entlassung war er ein dreiviertel Jahr als Gleisarbeiter tätig. Er entschloss sich, noch unter dem Eindruck der positiven Kraft der Musik, jedoch bald, das Akkordeonspielen wieder und dieses Mal mit Noten zu erlernen. Es war für Robert Wolfgang Löffler das selbst gesteckte berufliche Ziel, diese positive musikalische Kraft, vielleicht als Tanzmusiker, weitergeben zu können.
Auf der Suche nach einem Akkordeonlehrer stieß Robert Wolfgang Löffler auf das Quedlinburger Privatkonservatorium. Der Direktor dieses Musikinstituts, selbst Doktor der Psychologie, konnte ihm zunächst mit einem Akkordeon-Angebot nicht weiterhelfen. Auch hielt er es für aussichtslos, als Anfänger im Fach Klavier mit 22 Jahren noch ein Musikstudium an einem Konservatorium bestreiten zu wollen. Als Psychologe schien es für ihn jedoch von Interesse zu erkunden, ob ein so alter Schüler das Klavierspiel noch erlernen könne. Robert Wolfgang Löffler wurde daher in den Vorkurs Klavier aufgenommen. Als Klavierschüler wurde er von einem hervorragenden und sehr hilfsbereiten Klavierlehrer unterrichtet – ein Glücksfall für ihn. Zum Erstaunen des Direktoriums des Konservatoriums schaffte Robert Wolfgang Löffler nach nur einem Jahr die Aufnahmeprüfung. Er wurde nunmehr regulärer Student des Quedlinburger Konservatoriums.
Das Konservatorium wurde bald als kapitalistische Einrichtung „abgewickelt“ und zog als Ausbildungsstätte für die sozialistische Musikschullehrerausbildung in die Bezirkshauptstadt Halle um. Obwohl er durch den aus der Gefangenschaft resultierenden Vitamin- und Mineralstoffmangel während des Studiums häufig an Krankheiten litt, schaffte Robert Wolfgang Löffler 1954 mit Fleiß und Ehrgeiz das Abschlussexamen mit dem Gesamtprädikat „Gut“.
Während des Studiums hielt Robert Wolfgang Löffler regen Kontakt zu den Volkskunstgruppen seines Heimatortes. Da in Aschersleben Mitte der 50er Jahre eine Musikschule gegründet werden sollte, ging er nach dem Studium zurück in seiner Heimatstadt und wurde zunächst Musiklehrer an einer allgemein bildenden Schule. Die Pläne einer eigenständigen Musikschulgründung wurden jedoch nie realisiert. Da sich Robert Wolfgang Löffler weigerte, in die SED einzutreten, hatte er als Junglehrer oft mit Schwierigkeiten zu kämpfen.
Erst nach 21 Jahren Lehrtätigkeit an den verschiedenen allgemein bildenden Schulen des Ortes erhielt er, nach Gründung einer Außenstelle in Aschersleben, 1975 die Chance eines Lehrvertrages an der Musikschule Quedlinburg. Robert Wolfgang Löffler deckte nun als Musikschullehrer mit seinem Klavier- und Akkordeonunterricht u.a. einmal wöchentlich auch den Bedarf im ländlichen Ascherslebener Umland ab. Auf seinen Fahrten mit Bus oder Bahn in die Unterrichtsorte Harzgerode, Ballenstedt und Gatersleben, wo er im „Institut für Kulturpflanzenforschung“ Klavierunterricht erteilte, notierte er auf Notizzetteln viele Melodien, die ihm oft unwillkürlich einfielen.
Nach einer schwereren Erkrankung zu Beginn seines Vorruhestandes 1992 suchte er diese Notenblätter wieder zusammen, ohne die Melodien weiter auszukomponieren. Erst 1997 wurde er durch eine bereits einige Jahre alte Sachsen-Anhalt-Hymne, die jedoch nie zu offiziellen Anlässen aufgeführt worden war, zu einer eigenen, seinen Vorstellungen von einer Hymne besser entsprechenden Komposition inspiriert.
Seine gelungene Sachsen-Anhalt-Hymne beflügelte ihn nun zu weiteren Kompositionen und Textideen. So entstanden, ebenfalls 1997, das Frühlingslied „Die Sonne steht nun früher auf“ und das Lied „Weihnachtsfreude“. Alle drei Lieder wurden von Mitgliedern des Halleschen Universitätschores „Johann Friedrich Reichardt“ auf CD eingespielt. Die CD-Aufnahme war von Robert Wolfgang Löfflers jüngerer Tochter aus Anlass seines 70. Geburtstages initiiert worden. Die Uraufführung der dreistimmigen Chorsätze erfolgte mit 20 Mitgliedern des Universitätschores sowie unter Anwesenheit der regionalen Presse, für den Jubilar selbst als Überraschung, während der Feier der Geburtstagsgesellschaft.
Dieses wertvolle Geschenk der Studentinnen und Studenten des Universitätschores machte Robert Wolfgang Löffler Mut zu weiteren Kompositionen. Er erlernte mit seinen 70 Jahren nun den Umgang mit Computer sowie mit diverser Kompositions-, Noten- und Aufnahmesoftware. Er gründete und leitete für kurze Zeit zudem einen eigenen Chor im ländlichen Raum nahe Aschersleben. Für diesen komponierte 1999 u.a. das Schützenlied „Unser Schützenfest ist angesagt“, was mit großer Begeisterung beim Froser Schützenfest uraufgeführt wurde. 17 Lieder und 20 Musikstücke, die die Liebe Robert Wolfgang Löfflers zu seiner Heimatstadt Aschersleben und den nahe gelegenen Harz in volkstümlicher Weise widerspiegeln, entstanden im Laufe der letzten 13 Jahre auf vier CDs in Eigenverlag.