Deutscher Komponist, Musiktheoretiker und Pädagoge.
Seinen ersten Unterricht im Klavier-, Violin- und Orgelspiel erhielt Piel an der Vorbereitungsschule des Lehrerseminars in Kempen, wo er dann von 1854 bis 1856 studierte. Sein Lehrer Albert Michael Jepkens wurde bald auf das herausragende Talent Piels aufmerksam und delegierte Teile des Musikunterrichts an ihn. Nach Jepkens' Tod setzte Piel die Edition von dessen Sammlung "Kirchliche Gesänge für den mehrstimmigen Männerchor" fort.
Im Jahr 1868 wurde Piel an das neugegründete Königliche Schullehrerseminar nach Boppard berufen, wo er 1878 zum Ersten Seminarlehrer und 1887 dann zum königlichen Musikdirektor ernannt wurde, in welcher Funktion er hier bis zu seinem Tod wirkte.
Piels bedeutendstes Werk stellt seine 1889 erschienene "Harmonielehre" dar, welche bis 1923 zwölf weitere Auflagen erleben sollte; sie, wie auch viele seiner Orgelstücke entstanden aufgrund seiner praktischen Erfahrung im Unterricht seiner Seminarstudenten.
Piel war ein engagiertes Mitglied des Cäcilienvereines, außerdem auch des Hermesdorff'schen Choralvereines und zählt mit diesem, Heinrich Oberhoffer, Stephan Lück, Heinrich Böckeler und Peter Wagner zu den bedeutenden Reformatoren der Kirchenmusik im Rheinland.
Sein in 41 Messen und anderer Gebrauchsmusik für einfache kirchenmusikalische Verhältnisse dokumentierter Kompositionsstil ist den Idealen des Cäcilianismus verpflichtet, seine zahlreichen Werke heute allerdings fast vollkommen in Vergessenheit geraten.
(nach Wikipedia)