ALTENBURG, Michael, Theologe und Komponist, * 27.5. 1584 in Alach bei Erfurt als Sohn eines Schmieds, † 12.2. 1640 in Erfurt.
A. studierte in Erfurt Theologie und wurde dort 1602 Magister und 1607 Rektor der Reglerschule. 1609 kam er als Pfarrer nach Ilversgehofen und Marbach bei Erfurt. Seit 1610 wirkte A. in Tröchtelborn und seit 1621 in Groß-Sömmerda bei Erfurt. Im Dreißigjährigen Krieg hatte er durch Truppendurchmärsche, Einquartierungen und Plünderungen viel zu leiden. 1631 mußte A. nach Erfurt flüchten, wo er 1637 Diakonus an der Augustinerkirche und 1638 Pastor an der Andreaskirche wurde.
A. war ein namhafter Kirchenkomponist. Von seinen 16 Choralmelodien im Gothaer Cantional ist heute noch im Gebrauch die zum Sterbelied des Tobias Kiel: »Herr Gott, nun schleuß den Himmel auf« (1620). Umstritten ist die Frage, ob Text und Weise des Liedes »Verzage nicht, du Häuflein klein« (EKG 211) von A. stammen. Es wurde vom Schwedenheer vor Beginn jeder Schlacht gesungen, auch am 16.11. 1632 vor der Schlacht von Lützen, in der Gustav Adolf fiel, so daß das Lied als sein »Schwanengesang« bezeichnet und dem König lange Zeit die Verfasserschaft zugeschrieben wurde. Es erschien 1632 anonym; erst 1638 wird A. als sein Dichter genannt, weshalb man seine Autorschaft angezweifelt hat. Außer ihm werden Tobias Kiel und Jakob Fabricius als Dichter dieses Liedes genannt.
Werke: Jesajas 53 (Passion), 1608; Gaudium Christianum (mit Instrumenten), 1617; Musikal. Schild u. Schirm (Psalm 55), 1618; Cantiones de adventu, 1620; Kirchen- u. Hausgesänge auf alle Festtage, 4 Tle., 1620/21; Intraden (f. Geigen, Lauten u. Orgel mit Choral), 1620; Musikal. Weihnachts- u. Neujahrszierde, 1621.