Franz Hummel (1939 - 2022)
Schon in Kinderjahren entdeckt und unterstützt von Richard Strauss, Eugen Papst und Hans Knappertsbusch studierte Franz Hummel Klavier und Komposition in Salzburg und München und wurde zunächst als Klaviervirtuose bekannt. Er gab Konzerte in ganz Europa und spielte über 60 Schallplatten mit nahezu dem gesamten klassisch-romantischen Repertoire und viel zeitgenössischer Musik ein. Seit Anfang der 1970er Jahre tritt Hummel nicht mehr öffentlich als Pianist auf. Seither widmet er sich ausschließlich dem Komponieren. Hummel hatte anfänglich eigene Kompositionen, da diese auf Widerspruch bei der Kritik stießen, unter Pseudonym aufgeführt.
Seine Opern, Sinfonien, Ballettmusiken, Konzerte und Kammermusikwerke werden von namhaften Interpreten und in renommierten Konzertsälen und Opernhäusern Europas aufgeführt.
Im Jahr 2000 hatte das erste von ihm komponierte Musical „Ludwig II. – Sehnsucht nach dem Paradies“ seine vielbeachtete Weltpremiere im eigens errichteten Musical Theater Neuschwanstein.
Bis 2003 wurde das opernhafte Musical über den bayerischen Märchenkönig von 1,5 Mio. Menschen besucht. 2001 brach er mit seiner Abstinenz als Pianist und gab ein Konzert mit der russischen Geigerin Liane Issakadze in der Carnegie Hall in New York. In Fortsetzung des Musicals über Ludwig II. schrieb Hummel eine volkstümliche Oper über Richard Wagner, deren Premiere für 2009 in Dresden geplant war.
Im November 2008 wurde im Opernhaus Erfurt Hummels Oper Der Richter und sein Henker nach dem gleichnamigen Dürrenmatt-Roman uraufgeführt.
Für die „Kulturhauptstadt Linz 2009“ schrieb er die Eröffnungsoper über Napoleons Polizeiminister Joseph Fouché, der nach Linz ins Exil gehen musste und als der Erfinder des Überwachungsstaates gilt.
In den letzten Jahren komponierte Hummel eine Sinfonie für Violine und Orchester mit dem Titel FUKUSHIMA zum Gedenken an die Opfer der japanischen Atomkatastrophe. Elena Denisova und das Moskauer Sinfonieorchester haben dieses Werk uraufgeführt und beim Label TYXart veröffentlicht. Diese CD enthält auch Hummels sinfonisches Werk „HATIKVA", ebenfalls vom Moskauer Sinfonieorchester mit dem Klarinettisten Giora Feidman als Solist eingespielt. Dirigent beider Aufnahmen ist Alexei Kornienko.
Hummels neueste, noch nicht aufgeführte Werke sind ein Oratorium nach einem Text von Thea Dorn und die Oper "Garten der Lüste" über den Maler Hieronymus Bosch nach einem Libretto von Wolfgang Haendeler.