César Cui (*18. Januar 1835 in Vilnius, Litauen; † 13. März 1918 in Sankt Petersburg, Russland) war ein russischer Komponist, Musikkritiker und Offizier (Militäringenieur) der russischen Armee.
César Cui war der Sohn eines französischen Offiziers, der nach dem Rückzug Napoleons aus Moskau in Russland geblieben war und einer Litauerin. Da er schon früh Interesse an der Musik zeigte, erhielt er ab dem Alter von zehn Jahren Musikunterricht, hatte aber keine musikalische Ausbildung an einem Konservatorium. Nach seinem Ingenieurstudium (Befestigungswesen) stand seine Militärkarriere im Vordergrund. Daneben beschäftigte sich Cui jedoch weiterhin mit Musik. Er wurde als einer der fünf russischen Komponisten (Mily Balakirev, Alexander Borodin, César Cui, Modest Mussorgsky , Nikolai Rimsky-Korsakov) bekannt, welche sich die “Gruppe der 5“ oder “das Mächtige Häuflein“ nannten und für die Schaffung eines russischen Nationalstils eintraten. Besonders tat sich Cui dabei als Musikkritiker hervor.
Das große Paradoxon der Musik César Cuis ist, dass er in seinen Schriften zwar aggressiv die ästhetische Position des Mächtigen Häufleins vertrat, selbst aber in seinen Werken selten diesen von ihm vertretenen Direktiven folgte. Nur gelegentlich verwendete er Volksmelodien oder empfand durch harmonische und melodische Besonderheiten die Charakteristika russischer Volksmusik nach; oftmals fehlt das nationale Element völlig. Offensichtlich wird in seinen Werken vielmehr seine Bewunderung für Robert Schumann. Obgleich Cui 15 Opern komponierte, zeigte er seine Stärke eher bei Lieder und Klavierstücke. Größere Bedeutung hatte er ohnehin als Musikkritiker und prägte mit seinen Schriften das französische Bild vom russischen Musikleben.
Heute ist César Cui kaum noch als Komponist bekannt.
(Quelle: wikipedia)