Ernst Julius Otto, geb. am 1. September 1804 in Königstein, gest. am 5. März 1877 in Dresden, war in dieser Stadt langjähriger Kreuzkantor.
In seiner Heimatstadt Königstein spielte Otto bereits mit 9 Jahren beim Gottesdienst die Orgel und sang Sopransoli.
Von 1814 bis 1822 besuchte er in Dresden die Kreuzschule. Otto wurde auch hier wegen seiner Sopransoli gelobt. Für seine musikalische Ausbildung zeichneten Christian Theodor Weinlig und Friedrich Uber verantwortlich.
Als Schüler der Obersekunda schrieb er eine erste Kantate für Chor, Solo und Orchester und führte sie auch in der Kreuzkirche selbst auf. Otto zog die Musik einem Theologiestudium vor. An der Universität Leipzig gehörte wiederum Christian Theodor Weinlig zu seinen Lehrern.
Von 1822 bis 1825 war Otto Schüler von Johann Gottfried Schicht in Leipzig und führte dort Motetten und Kantaten auf.
Nach mehrjähriger Lehrtätigkeit für Gesang und Klavier an der Dresdner Musikschule von Blochmann wirkte Otto von 1828 bis 1875 als Kantor an der Kreuzschule und leitete den Dresdner Kreuzchor. Zudem war er längere Zeit Musikdirektor der evangelischen Hauptkirche Dresdens, der Frauenkirche, sowie Kantor an der Sophienkirche. Er wohnte Waisenhausstraße 16.
Als Dirigent der Dresdner Liedertafel hatte sich Otto persönlich große Verdienste um das Aufblühen des Männergesanges in Dresden erworben. Am 6. Mai 1876, ein halbes Jahr nach seinem Ruhestand, schlossen sich die größeren Gesangvereine Dresdens zum Julius Otto-Bund zusammen, Otto selbst war Ehrendirigent.
Otto fand auf dem Trinitatisfriedhof die letzte Ruhe. 1886 wurde ihm vor der Kreuzschule in Dresden ein Denkmal (Bronzebüste von Gustav Kietz), 1887 ein solches in seiner Vaterstadt errichtet. Am Haus Waisenhausstraße 33 wurde eine Gedenktafel angebracht.1890 erhielt eine Straße in Strehlen den Namen Julius-Otto-Straße. Am 10. August 2010 wurde auf dem Platz vor der Kreuzkirche eine Denkmalbüste für Otto eingeweiht, die Niklas Klotz den historischen Vorlagen nachempfunden hatte. Das Haus, welches er in der Waisenhausstraße 33 bewohnte und von seiner Frau Emilie vermietet wurde, trug nach seinem Tod den Titel Julius-Otto-Haus.
Otto hat zwar auch eine Anzahl kirchlicher Musikwerke (Oratorien, Messen, ein Tedeum etc.) geschrieben, doch ist er vor allem für seine Kompositionen für den Männergesang bekannt geworden.