Sixt Dietrich (Xistus Theodericus) (* um 1494 in Augsburg; † 21. Oktober 1548 in St. Gallen) war ein deutscher Komponist. Spätestens zehnjährig (bis 1508) war er Chorknabe an der Domkantorei in Konstanz (Kostnitz). Am 23. September 1509 ging er an die Universität Freiburg und floh von dort, weil er sich verschuldet hatte, nach Konstanz. Dort Lehrer der Chorknaben in Musik und Latein, wurde er 1519 zum Diakon geweiht. 1522 feierte er seine Primiz, verlor aufgrund der Reformation allerdings 1527 seine Einnahmen. Nach einem einjährigen Gastaufenthalt in Wittenberg (ab 1540) kehrte er 1544 nach kurzem Konstanzer Aufenthalt wieder nach Wittenberg zurück. Zwei Monate vor seinem Tod – jetzt wieder in Konstanz ansässig – musste er von dort wegen der Stadteinnahme durch Karl V. nach St. Gallen fliehen, wo er starb.
Dietrich galt als einer derjenigen Komponisten, die die niederländische Mehrstimmigkeit (Polyphonie) in der Musik des frühprotestantischen Gottesdienstes umsetzten. Seine Kompositionen wurden sowohl von Katholiken als auch Lutheranern verwendet.