Ivo de Vento (* um 1544 in Antwerpen; † 3. September 1575 in München) war ein franko-flämischer Komponist, Organist und Kapellmeister der späten Renaissance. Im Zuge der Anwerbung junger Sänger aus den Spanischen Niederlanden kam er 1556 an den herzoglich-bayerischen Hof von Albrecht V. nach München. Ivo wirkte zunächst bis September 1559 als Sängerknabe unter dem Hofkapellmeister Ludwig Daser. Nach Eintritt des Stimmbruchs wurde er wegen seiner Begabung nicht entlassen, sondern bekam ein Stipendium für ein Studium in Italien (Venedig bis 1563) und kehrte als Organist an den Münchner Hof zurück. Ivo de Vento starb – nach einer zeitweiligen Anstellung durch Kronprinz Wilhelm zu Landshut als Hofkapellmeister und Organist - in München, kaum 31 Jahre alt, im September 1575.
Das Hauptgewicht des Schaffens von Ivo de Vento lag auf der Motette (75 Kompositionen) und dem deutschen Lied (109 Kompositionen); darüber hinaus gibt es von ihm noch 4 Messen, weitere geistliche Werke und einige andere weltliche Kompositionen. Insgesamt hat Ivo de Vento ein sehr vielgestaltiges deutschsprachiges Liedgut für die verschiedensten Gelegenheiten, für die unterschiedlichsten Besetzungen und ästhetischen Richtungen hinterlassen. Seine Lieder haben einen erheblichen Einfluss auf Leonhard Lechner und Hans Leo Hassler ausgeübt.