Jörn Tegtmeyer (Jahrgang 1941).
1944 erster Musikunterricht beim Vater,
frühe Kompositionen während der Gymnasialzeit,
dazu Aufträge für Zwischenmusiken zu Marionettenspielen
1957 Teilnahme an den Darmstädter Ferienkursen für neue Musik (Luigi Nono),
1960 Studium an der Freiburger Musikhochschule,
Fächer: Komposition (Wolfgang Fortner), Klavier (Edith Picht-Axenfeld),
1962 Studium an der Musikhochschule München im Fach Evang. Kirchenmusik (Friedrich Högner) mit Abschluss A-Prüfung,
1967 Kantor (später auch Kreiskantor) und Organist in der Bayerischen Landeskirche
1979 Kantor und Organist in der Hannoverschen Landeskirche und KMD für den Sprengel Göttingen,
seit Juli 2006 im Ruhestand
Die meisten der hier öffentlich gemachten musikalischen Beiträge (auch jene, die eher dem sog. `atonalen´ Bereich entsprechen), insbesondere aber die, die vor dem Jahr 2006 entstanden, waren in der Regel für den oft akut benötigten, manchmal auch mittelfristigen zu deckenden Bedarf sowohl konzertant wie gottesdienstlich geforderten Rahmen bestimmt. Natürlich sind darunter manche, die wegen kirchengemeindlicher Spontan-Anforderungen schnell „hingeworfen“ werden mussten und somit mehr den Status der Gebrauchsmusik erfüllen, was aber nicht heißt, dass sie deshalb mit weniger Sorgfalt verfasst sind.
Auf jeden Fall aber hat mir auch die kleinste Arbeit stets Spaß gemacht. [Viele der Choralvorspiele sind übrigens so angelegt, dass sie dem jeweiligen Zweck entsprechend gekürzt, auszugsweise oder nach Einfallsreichtum selbstständig verändert, ab und an auch spieltechnisch vereinfacht werden können und dürfen, wenn es musikalisch Sinn macht.]
Weil mir die Erneuerung unserer Kirchenmusik stets am Herzen lag und liegt, habe ich jetzt – gleichsam als Alternative zu den im Trend liegenden gospelartigen, jazzigen und ähnlich unterhaltsamen Stilelementen in der Serie „Neues zum Alternatim-Singen im Gottesdienst“ versucht, eine ernsthaft-zeitgemäßere Form zum wechselseitigen Singen anzubieten. Diese in vieler Hinsicht sicherlich nicht `einfache´ Kost kann oft nach alter Kantoreipraxis im Instrumentalen durch Umbesetzung einer oder zweier Stimmen - wie z.B. ersatzweise mit Orgel - verändert werden (eher ausgenommen sind Klangversionen für Aufschlag-Instrumente wie metallische oder hölzerne Stabspiele).
Ein großes Angebot an Choralvorspielen - nicht nur solche zum EG, sondern auch zu heute vielfältig verfügbaren Ergänzungsheften - ist zum größtenteils nach vorherigem Improvisieren im Gottesdienst später schriftlich niedergelegt worden.
Dazu sehe ich eine schöne Aufgabe darin, verhältnismäßig unbeachtete, aber – wie ich meine – dennoch lohnenswerte Literatur unserer Orgelmusik (wie auch manch anderer geistlicher Werke) aus unterschiedlichsten Zeiten und Ländern etwas bekannter zu machen. Besonders für Kolleginnen und Kollegen im nebenberuflichen Amt mag es von Interesse sein, Kompositionen, die nicht schwer oder aufwendig zu erarbeiten, aber gleichfalls voll schöner Einfälle sind, bequem ins eigene Repertoire zu integrieren. Oft ist es pekuniär nicht erstrebenswert, sich umfangreiche Gesamtausgaben wegen solch einzelner am Rande stehender Werke zu besorgen. Vielfältig leisten sie jedoch z.B. gerade im Bereich gottesdienstlicher Ausgestaltung wertvolle Dienste.