Deutscher katholischer Kirchenmusiker aus Schwaben, geboren in Röttingen (Württemberg), gestorben in Ellwangen (Württemberg).
Da die väterliche Werkstätte dem älteren Bruder zustand, schlug Dreyer die Lehrerlaufbahn ein, die damals viel Raum für Musikbetätigung bot. So wurde er nach Schulmeisterjahren in Ellwangen spätestens 1789 dort Organist am reichsfürstlichen Chorherrnstift, das unter den Fürstpröpsten des 18. Jahrhunderts ein blühendes Musikleben besaß. 1790 erhielt er als erster Laie das Kapellmeisteramt und führte es nach der Säkularisation (1803) im Dienst der Stadt weiter. Dreyer komponierte viel Kirchenmusik für einfache Verhältnisse, so die „Missae rurales“, deren große Verbreitung in zeitgenössischen Drucken ihre Beliebtheit beweist. Ihr Wert ist ein mehr kulturgeschichtlicher, indem sie offenbar genau den damaligen ländlichen Geschmack spiegeln. Stilkennzeichnend ist die Vorherrschaft des Orchesters, geschickte Formdisposition und eine gefällige, aber oft das Triviale streifende Melodik.