Robert Rosenthal (geb. 1954 in Köln)
Nach weitgehend autodidaktischen Anfängen am Klavier erhielt ich eine dreijährige Grundausbildung im Orgelspiel durch den Kölner Kantor und Komponisten Günter Hempel, bevor ich mit 16 Jahren zur Rheinischen Musikschule wechselte und Schüler von Wolfram Gehring (Orgel) und Bojidar Dimov (Gehörbildung, Harmonielehre, Tonsatz) wurde. Noch als Schüler des Dreikönigsgymnasiums wurde ich Organist an der romanischen Basilika St. Gereon in Köln und blieb dies auch noch während meines Studiums der Romanistik und Germanistik an der Uni Köln. 1985 erhielt ich eine Anstellung als Lehrer für Französisch und Deutsch am Collegium Augustinianum Gaesdonck, dem Internatsgymnasium am Niederrhein. Gleichzeitig spielte die Musik weiter eine wichtige Rolle in meinem Leben, besonders auch nach meinem Ausscheiden aus dem Schuldienst 2007 wegen einer diagnostizierten Parkinsonerkrankung. Zweifellos hat die Musik, vor allem das Orgelspiel, wesentlich dazu beigetragen, den Verlauf dieser Erkrankung abzumildern. Die Gaesdoncker Klosterkirche (s. Foto) blieb mit ihrer Orgel mein Übungsraum und meine Inspirationsquelle für musikalische Projekte.
Das Gaesdoncker Orgelbuch
Das „Gaesdoncker Orgelbuch“ ist eine Sammlung von Orgelkompositionen, die ich für den kirchenmusikalischen Gebrauch geschrieben habe. Die Stücke sind von unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad, meist leicht bis mittelschwer, so dass sie auch im Orgelunterricht der ersten Lernjahre eingesetzt werden können. Neben freien Orgelstücken (Kleine Orgelmusik für Elise, Sonatine, Rhapsodie über ein litauisches Volkslied, „Kölsche Tön“ für Orgel etc.) finden sich v.a. Stücke mit Bezug zu Liedern aus dem Gotteslob. Sie eignen sich zur Eröffnung der Messe, als Vorspiele zum Gemeindegesang, als eingeschobene Meditationen oder Nachspiele. So habe ich sie auch in Messen an den Gaesdoncker Orgeln eingesetzt. Meist habe ich sie für einen konkreten Gaesdoncker Anlass konzipiert, z.B. für die Messe am ersten Schultag eines Schuljahres, für die Begrüßung oder Verabschiedung eines Kollegen, für ein Jubiläum oder die Dankmesse der Abiturienten. Für die Gestaltung der traditionellen Sonntagsmesse um 9:45 Uhr oder der Schulmessen in der Woche, die ich gelegentlich übernommen habe, entstanden immer wieder Ideen, die ich manchmal nur flüchtig notierte und sammelte. Viele dieser Miniaturen habe ich erst für die geplante Veröffentlichung im Gaesdoncker Orgelbuch ausgearbeitet. So entstand ab 1985 nach und nach diese vorliegende Sammlung, parallel zu meiner Gaesdoncker Zeit als Lehrer für Französisch und Deutsch. Die meisten Kompositionen habe ich nach dem Ausscheiden aus dem Schuldienst geschrieben, und immer noch kommen neue Stücke hinzu. Nach dem Vorbild französischer Komponisten (Guilmant, Tournemire), die ihre Orgelsammlungen in Einzellieferungen („livraisons“) veröffentlichten, sollten die Stücke ursprünglich in 7 Themenheften erscheinen. Stattdessen habe ich mich entschieden, sie in der Online-Musikbibliothek Musicalion.com zu veröffentlichen, wo sie allen Interessierten für die Dauer einer Mitgliedschaft zum Download und Ausdruck zur Verfügung stehen. Für viele der eingestellten Orgelstücke gibt es Hörbeispiele im MP3-Format, die ich an der Orgel der Gaesdoncker Klosterkirche eingespielt habe (Schwerpunkt: Advent und Weihnachten).
Neben diesen Orgelstücken finden sich auf „Musicalion.com“ auch viele meiner Kompositionen für Klavier, E-Piano oder Synthesizer (z.B. die Sammlung der 24 „Children’s Songs“ für Klavier oder Keyboard), Horn-Etüden oder Weihnachtsmusik für Bläserensembles und Chor. Ich freue mich, meine Musik dank Musicalion mit anderen teilen zu können. Wer mag, kann mir gerne ein Feed-back zu seinen Erfahrungen mit meinen Stücken schicken.
Gaesdonck, im April 2023 Robert Rosenthal