Andrea Rota (geboren um 1553 in Bologna, gestorben im Juni 1597 ebenda) war ein italienischer Komponist. Über sein frühes Leben ist nichts bekannt, aber er könnte in Rom gearbeitet haben. Seine erste Veröffentlichung, das „Primo libro de madrigali a cinque voci“, wurde 1579 in Venedig gedruckt. Im Mai 1583 wurde er von Kardinal Giacomo Boncompagni zum „Maestro di cappella“ an S. Petronio in Bologna ernannt. Er übernahm im Juni die Leitung des (damals) außergewöhnlich großen Chors, der 34 Cantori (Sänger), 12 Chierici (Kleriker) und drei Instrumentalisten umfasste. Rota scheint dort ein hohes Ansehen genossen zu haben, was dokumentierte Schenkungen und Gehaltszuwendungen von kirchlicher Seite belegen. Ab 1594 wurde zu seiner Entlastung hoher Lehrverpflichtungen ein ‚Maestro di canto‘ bestellt.
Neben dem „Motectorum liber primus“ (1584) und dem „Missarum liber primus“ (1595) schuf Rota in seinem zweiten Motettenbuch vorwiegend Werke für ‚Chori spezzati‘ (mehrchörige Werke), sowie mehrere Messen. Eine seiner unveröffentlichten Messen, die Missa "En voz à Dieux", und die beiden gedruckten Messen "Qual è più grand'amore" und "Non mi tolga il ben mio" sind Parodien auf weltliche Werke von Cipriano de Rore (1515/16-1565).
Als Madrigalist scheint Rota enge Verbindungen zum Hof von Ferrara gehabt zu haben. Sein zweites Buch mit fünfstimmigen Madrigalen und die für die Ferrarese-Anthologien geschriebenen Madrigale zeigen einen gewissen Einfluss des üppigen Ferrarese-Stils und verwenden häufiger ausdrucksstarke Dissonanzen. Der bedeutende Bologneser Dichter Cesare Rinaldi (1559-1636; dessen Verse wurden als Madrigale von Salamone Rossi [1570-1630] und dem Kreis des Gonzaga-Hofes in Mantua vertont) widmete Andrea Rota ein Sonett, der einige seiner Verse vertonte.