Georg August(in) Holler ist ein gebürtiger Nordoberpfälzer aus Sperlhammer (siehe Luhe-Wildenau), damals "Machinhammer". Er wurde am 18. Juni 1744 in Rothenstadt bei Weiden in der Oberpfalz getauft. Um das Jahr 1750 verließ die Familie Holler den Sperlhammer und findet sich dann wieder beim Eisenhammer Zangenstein, Pfarrei Altendorf (Landkreis Schwandorf) an der Schwarzach. Dort wurde auch der Bruder Johann Georg geboren, der später als Benediktinerpater und Klosterkomponist Aegidius Holler im Kloster Attl am Inn bekannt wurde.
Georg August Holler besuchte wahrscheinlich das Gymnasium in Freising, wo auch der Komponist Placidus von Camerloher als Musiklehrer und Kapellmeister wirkte. Dort findet er sich 1763 als "Augustin Holler, Palatinatus", der eine Musik zu einer lateinischen Schulaufführung schreibt.
Erst 1769 ist er wieder urkundlich zu erfassen: in München heiratet er als "civis et musicus" am 26. Juni in der Frauenkirche die Müllerstochter Maria Anna Übelhör aus Wessobrunn. 1773 bewirbt er sich um eine Stelle als Stadtmusiker und wird am 4. Juni 1773 Nachfolger des Stadtmusikers Franz Albert. Münchener Stadtmusikanten (Stadtpfeifer), eine traditionsreiche Zunft, zeichneten für das öffentliche Musikleben verantwortlich. Sie waren in Kompanien eingeteilt und jeweils bestimmtem Stadtvierteln zugewiesen. Anlässe zum Musizieren gab es viele: Turmblasen, Hochzeiten, Begräbnisse, Jubiläen, Konzerte bei Tag und auch bei Nacht auf den Plätzen der Stadt, Serenaden, Tanzmusik in den Wirtshäusern, das war ihr Leben. Auch in den Gotteshäusern Münchens waren sie zum Teil für die Kirchenmusik zuständig, wobei sie auch Eigenkompositionen aufführten.
Eventuell könnte Holler einer jener fünf Stadtmusikanten gewesen sein, die Wolfgang Amadeus Mozart Anfang Oktober 1777 im Münchner Gasthof "Zum schwarzen Adler" in der Kaufingerstraße mit einer "Musique" für zwei Klarinetten, zwei Hörner und Fagott gehört hat. In einem Brief an seinen Vater Leopold nach Salzburg schreibt er anerkennend: "Sie spiellten gar nicht übel zusammen".
1778 komponiert Holler seine achtsätzige "Serennata (sic!) in C", erhalten als vermtl. autographe Partitur in der Pierpont Morgan Library in New York City. Es ist eine Serenade mit außerordentlich großer Besetzung (jeweils zwei Flöten Oboen, Klarinetten, Bassethörner, Fagotte, vier Hörner, zwei Trompeten und Streichorchester mit zwei Violinen, Viola, Violoncello und Violone), die eigentlich nur ein großes Hoforchester zu realisieren imstande ist. Mozart könnte sie als Vorbild für seine Gran Partita KV 361 gedient haben, wie Dr. Josef Saam (1900–1985) vermutet.
Von 1780–1798 ist Holler an der Herzoglich Marianischen Landesakademie und ab 1789 an der Militär-Akademie (Bayerisches Kadettenkorps) als "Lehrmeister in der Musik" oder "Exercitienmeister in der Musik" (aufgeführt in "Hof- und Staatskalender" unter "Churfl. Militär-Akademie" für die Jahre 1795 bis 1797) tätig. Ab 1795 ist gleichzeitig Wilhelm Legrand tätig, der im Jahre 1798 auch Hollers Stelle mit übernimmt. Fast völlig blind starb Holler an 13. Februar 1814 in München. Das Totenbuch der Frauenkirche nennt ihn "Stadtmusicus". In der "Geschichte des königlich bayerischen Cadetten-Corps" wird er als "Stadtmusikmeister" bezeichnet.
Der Komponist schrieb in einer schlichten und volksnahen Art zahlreiche weltliche und geistliche Werke. Der Sammlertätigkeit des als Müllner-Peter bekannten Peter Hueber (1766–1843) ist es zu danken, dass viele Kompositionen Hollers erhalten blieben.
Der Hauptanteil der Werke Georg August Hollers (Messen, Litaneien, Serenaden, Offertorien, Sinfonien, Vespern, instrumentale Quartette und Quintette usw.) befindet sich jetzt in der Musikabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek München.