Karl August Freyer war ein deutsch-polnischer Organist und Komponist der Kirchenmusik des 19. Jahrhunderts.
Im Alter von 10 Jahren zog er nach Leipzig und nahm dort Unterricht der Musiktheorie und Komposition beim berühmten Organisten Friedrich Schneider. Dieser empfahl ihm eine weitere Ausbildung bei dem Warschauer Meister Joseph Xaver Elsner, und Freyer ging 1827 nach Polen, wo er bis zum Ende seines Lebens bleiben sollte.
1834 unternahm Freyer eine Tournee durch Deutschland, gab Orgelkonzerte unter anderem in Breslau, Berlin, Hamburg und im heimatlichen Sachsen und feierte große Triumphe beim Publikum und bei den Kritikern. Er wurde auch von Meistern wie Felix Mendelssohn Bartholdy und Louis Spohr gelobt. Nach seiner Rückkehr nach Warschau, schon als berühmter Virtuose, eröffnete er eine private Musikschule, die damals die einzige in der polnischen Hauptstadt war, denn nach der Niederlage des polnischen Novemberaufstandes von 1831 wurden sämtliche Hochschulen Warschaus als vermeintliche Unruheherde von russischen Behörden geschlossen. Er leitete die Schule bis 1861 und bildete unbemittelte Schüler ohne Abgaben aus. 1837 übernahm Freyer das Amt des Kirchenorganisten an der Warschauer evangelischen Kirche zur hl. Dreifaltigkeit, die damals die beste Orgel in ganz Kongresspolen besaß, und gründete dort einen Chor, der Werke von großen Meistern aufführte. Die evangelische Kirche in Warschau wurde dadurch zu einem wichtigen Musikzentrum der Stadt.