Französischer Komponist, Couperin war der berühmteste Vertreter - daher der Beiname „le Grand" - einer Musikerfamilie, die in Paris fünf Generationen lang, vom 17. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, eine große Rolle gespielt hat.
Wie seine Vorfahren wurde Couperin 1685 Organist an der Pariser Kirche St. Gervais und 1693, mit erst 25 Jahren, Organist in der Königlich Kapelle Ludwigs XIV. zu Versailles.
1723 gab Couperin die Organistenstelle an St. Gervais aus gesundheitlichen Gründen auf.
Sein wohl bedeutendstes Werk sind die vier Bücher „Piéces de clavecin".
Couperin ordnete die 240 Stücke zu 27 Suiten, die er ordres nannte.
Die einzelnen Sätze dieser Suiten haben häufig tänzerischen Charakter, tragen jedoch beziehungsreiche Titel, die sie als Charakterstücke ausweisen.
So schildert Couperin etwa Tiere wie den Kuckuck oder die Biene, menschliche Eigenschaften wie „La Fidélité" oder „La Coquetterie", Frauentypen wie die Spröde, die Verführerische usw., Berufe wie den Gärtner oder den Abgeordneten, nicht zuletzt auch Landschaften.
Couperin schrieb zudem kirchliche Vokalmusik und Orgelwerke, außerdem zahlreiche concerts für Clavecin und verschiedene Instrumente (Violine oder Flöte, Viola, Oboe, Fagott).
Seine letzte Sammlung von zehn solcher concerts nannte er „Les Goûts-réunis".
Mit diesem Titel spielte er auf seine Überzeugung an, daß sich in der Musik der französische und der italienische Stil verbinden müßten, wogegen zu seiner Zeit die einseitige Parteinahme für Lully oder Corelli noch an der Tagesordnung war.
Tatsächlich war Couperin selbst von Corelli beeinflußt und übte seinerseits wieder starken Einfluß auf Bach aus.
Auchhat man in der Musik Couperins die Anfänge der musikalischen Vorliebe der Franzosen für das Auserlesene, für die gelehrte Brillanz sehen wollen, wie sie zwei Jahrhunderte nach Couperin das Werk Ravels kennzeichnete: so ist es nicht erstaunlich, daß gerade Ravel seinem Vorgänger in „Le Tombeau de Couperin" dankbaren Tribut zollt.