Komponist und Cellist deutsch-jüdischer Abstammung, der sich in Frankreich niederließ und als Franzose fühlte. Als Sohn eines jüdischen Kantors unter dem Namen Jakob Offenbach in Deutz (heute zu Köln gehörend) geboren, erhielt er schon früh Unterricht auf Cello und Violine und trat dann in Gasthäusern vor Publikum auf. 1833 ging er mit seinem Bruder Julius zur weiteren Ausbildung nach Paris und wurde aufgrund seines großen Talents von Luigi Cherubini als sein Schüler im Fach Violoncello am Konservatorium aufgenommen. 1849 wurde er Dirigent am Théâtre Français, wo er auch Bühnenmusiken zu den aufgeführten Theaterstücken schrieb. 1855 eröffnete er mit dem Bouffes-Parisiens an den Champs Élysées sein erstes eigenes Theater, wo er gleichzeitig als Theaterdirektor fungierte. 1858 brachte er mit "Orphée aux enfers" ("Orpheus in der Unterwelt") sein erstes abendfüllendes Stück auf die Bühne. Dies wird allgemein als Geburtsstunde der Operette, wie wir sie heute verstehen, angesehen. Das Stück wurde ein großer Erfolg und machte Offenbach in ganz Europa populär. 1860 erhielt er das französische Bürgerecht und wurde zum Ritter der Ehrenlegion geschlagen. 1876 begab er sich zur Besserung seiner schwierigen finanziellen Lage auf eine Tournee in die USA. Nach der Rückkehr begann er 1877 sein bedeutendes Spätwerk, die Oper "Les Contes d'Hoffmann" ("Hoffmanns Erzählungen"), die noch heute neben Bizets "Carmen" die meistgespielte französische Oper ist. Er starb in Paris und ist dort auch begraben.