Deutscher Komponist, Organist und Kantor. Er verbrachte seine Jugend in Porschendorf bei Lohmen, wo sein Vater Gottfried Abraham Homilius seit dem Sommer 1714 Pfarrer war. 1735 ging er an die Universität Leipzig. Hier wurde er u. a. bei Johann Sebastian Bach ausgebildet. Nach einer erfolglosen Bewerbung um die Organistenstelle an St. Petri in Bautzen wurde er im Mai 1742 Organist an der Frauenkirche in Dresden. 1755 bekam er die Stelle des Kantors an der Dresdner Kreuzschule und wurde Musikdirektor der drei Hauptkirchen: Kreuz-, Frauen-, und Sophienkirche. Aus dieser Zeit stammen seine ersten sicher datierbaren Motetten. Nach der Zerstörung der Kreuzkirche 1760 durch die Preußen wurde die Frauenkirche der Mittelpunkt seines Tätigkeitsbereiches. Wenige Jahre vor seinem Tod komponierte er einen Jahrgang Kirchenkantaten. 1784 widmete er dem Rat von Dresden zwölf Magnificat und eine lateinische Motette und disponierte als Orgelfachmann die Orgel für die neue Kreuzkirche. Während andere Künstler in dieser geschichtlichen Übergangszeit schon den Weg zum freien Künstlertum anbahnten, standen Leben und Schaffen von Homilius ganz im Dienst seines kirchlichen Amtes. Sich selbst die Erbauung der Gläubigen zum Ziel gesetzt, schenkte er auch der Pflege des Kirchenliedes seine Aufmerksamkeit. Die Aufführungen seiner Passionen in den 1760er Jahren in Berlin machten ihn überregional bekannt.