Hans Werner Heymann wurde 1946 in Soest (Westf.) geboren. Vom neunten Lebensjahr an erhielt er Klavierunterricht. Während seiner Schulzeit sammelte er intensive musikpraktische Erfahrungen durch Chorsingen in anspruchsvollen Chören und vertretungsweises Chordirigat, darüber hinaus durch Orgelspiel in Gottesdiensten (Kanto-renvertretung). Trotz seiner Leidenschaft für Musik entschied er sich kurz vor dem Abitur gegen ein Musikstudium. Ab 1966 studierte er Mathematik, Physik, Pädagogik und partiell (als Gasthörer) Musikwissenschaft und Komposition in Münster. Nach seinen Staatsexamina als Mathematik- und Physiklehrer qualifizierte er sich durch Promotion und Habilitation in Erziehungswissenschaft für eine wissenschaftliche Laufbahn. Hauptberuflich arbeitete er viele Jahre als Mathematikdidaktiker an der Universität Bielefeld. Zuletzt hatte er, von 1996 bis 2012, eine Professur für Erziehungswissenschaft an der Universität Siegen inne.
Neben seinem Hauptberuf war Hans Werner Heymann jahrzehntelang als Chorleiter aktiv. In den 1980er Jahren ließ er sich als Chorleiter aus- und fortbilden, u. a. in Meisterkursen bei Prof. Kurt Suttner. Heymann gründete 1984 den „Ostwestfälischen Kammerchor Bielefeld“, den er bis 2002 leitete, und 1999 die „Voices of Paradise“ an der Universität Siegen (bis 2011). Zuletzt leitete er von 2015 bis 2019 den „Kleinen Chor Bielefeld“.
Als Komponist ist Hans Werner Heymann weitgehend Autodidakt. Seine ersten Kompositionsversuche unternahm er als Zwölfjähriger. Wichtige Anregungen in der Schulzeit erhielt er zwischen 1963 und 1966 durch seinen kompositionserfahrenen Musiklehrer Albrecht Tunger (1928-2014) am Archigymnasium zu Soest. Während seines Studiums in Münster besuchte er als Gasthörer Seminare zu Kontrapunkt und Harmonielehre bei Prof. Rudolf Reuter (1920-1983) und auf dessen Empfehlung, für drei Semester, das Kompositionsseminar von Prof. Harry Höfer (1921-2007) an der „Westfälischen Schule für Musik“. Wertvolle Impulse erhielt er später in Bielefeld durch den Komponisten Rudolf Mors (1920-1988) sowie 2012 in einem Kompositionsworkshop in Siegen durch den deutschamerikanischen Komponisten Prof. Samuel Adler (geb. 1928), Mitglied des Lehrkörpers der Julliard School in New York.
In zahlreichen Städten wurden Kompositionen von Hans Werner Heymann aufgeführt, im Wesentlichen Werke der Chor-, Kammer- und Klaviermusik. 1991 erhielt er in einem Kompositionswettbewerb der Cooperativa Neue Musik in Bielefeld einen Preis für seine "Sonate für Flöte und Klavier" (CLK 56).
Insgesamt wurden von Heymann bislang 71 Einzelstücke bzw. Einzelsätze bei musicalion veröffentlicht.Die Abkürzung CLK, die sich bei den meisten seiner Kompositionen findet, erläutert der Komponist wie folgt:
" 'CLK' steht für 'Chronologische Liste meiner Kompositionen'. Bei Kompositionen, die mehrere Sätze oder Einzelstücke umfassen, findet sich deren Nummer nach dem Punkt hinter der Hauptnummerierung (z. B. CKL 56.2 = 2. Satz der mit 56 nummerierten Sonate). Einige meiner älteren Kompositionen habe ich viele Jahre später noch einmal grundlegend revidiert/überarbeitet. In solchen Fällen habe ich ihnen dann eine neue Nummer zugeordnet und auf die Urfassung in einer Klammer hingewiesen (z. B. CLK 83 (rev. CLK 18))."
In den letzten drei Jahren Zeit (2022 - 2024) hat Heymann bei musicalion folgende (zum Teil ältere) Kompositionen neu eingestellt:
Saurier-Suite für Mio (8 Klavierstücke) - CLK 88 [2022]
Sonate C-Dur (im Stil der Wiener Klassik) - CLK 48 [1971/1981]
Frage - an Karin (Klavierstück) - CLK 45 [1971]
Aufbruch - Abschied und Heimkehr (Chorsatz) - CLK 29 [1966]
Klaviertrio f-Moll (2 Sätze) - CLK 83 (rev. CLK 18) [1964/2021]
Fantasie für Violoncello u. Klavier - CLK 90 (rev. CLK 17) [1964/2022]
Mikrosuite (kleines Orchesterstück) - CLK 87 (rev. CLK 10) [1963/2021]
Eine von dem österreichischen Pianisten Philipp Kronbichler eingespielte CD mit Klaviermusik von Hans Werner Heymann wurde 2023 im Eigenverlag veröffentlicht und kann beim Komponisten bestellt werden.