Französischer Organist und Komponist. Er erhielt vom Vater den ersten Orgelunterricht und spielte nebenbei auch Klavier und Violine. Nach Studien in Paris und Brüssel kehrte er in seine Heimatstadt Boulogne-sur-Mer zurück, übernahm dort zunächst die Organistenstelle an der Kirche Saint Joseph und wurde später Kapellmeister der Kirche Saint Nicolas. Seine ersten Kompositionen waren rein liturgischer Art für den eigenen Gebrauch und wurden nie veröffentlicht. 1868 spielte er als einer der Organisten bei der Einweihung der neuen Orgel in der Kirche Notre Dame in Paris und zog 1871 in die Seine-Metropole Dort wirkte er an der neuen Kirche Saint-Trinité, bevor er zudem Mitglied der Société Philharmonique und Lehrer am Conservatoire in Paris wurde. 1878 begann er, zunächst in Paris Orgelkonzerte zu geben, die ihn über den lokalen Bereich hinaus bekannt machten. Nach Zerwürfnissen mit der Kirchenleitung reiste er als Virtuose durch viele Länder, so auch zwei Mal durch die Vereinigten Staaten. Allein bei der Saint Louis Exhibition gab er 40 Konzerte, die allgemein großes Aufsehen erregten und die Orgelmusik französischer Art in ein neues Licht tauchten. Nach dem Tod seiner Frau schrieb er 1910 seine letzte Komposition (opus 94: Trois Oraisons) und starb selbst ein Jahr später.