Bedeutender englischer Komponist der Frühklassik. Ursprünglich zum Juristen bestimmt, studierte er nebenbei Komposition und Violinspiel und widmete sich endlich ganz der Musik. Sein erstes Werk war die Oper "Rosamond" (nach einem Libretto von Joseph Addison), die bereits sehr erfolgreich war; noch mehr war dies der Fall mit "Thumb, or the opera of operas" und 1738 mit der Oper "Comus" (Text von John Milton), worin Arne viele national-britische Melodien anbrachte, die er mit neuerfundenen Motiven im italienischen und deutschen Stil geschickt verflocht.
Nachdem er mit seiner Gattin Cecilia Arne, geborene Young, einer vortrefflichen Sängerin und Schülerin Francesco Geminianis, während zweier Jahre mit Beifall in Irland aufgetreten war, wurde er 1745 zu London als Komponist für die Vauxhallgärten angestellt, wo er durch kleine, seine Individualität am reinsten zeigende Gesangstücke großes Aufsehen erregte. Seine Fähigkeit, auch im italienischen Stil zu schreiben, zeigt seine 1762 aufgeführte Oper "Artaxerxes" (nach Metastasio). Außer Opern, deren er im ganzen 30 (ernste und komische) schrieb, hat er mehrere Oratorien verfasst, die aber neben den Händelschen farblos und dürftig erscheinen. Von Arne stammt auch die Melodie der inoffiziellen englischen Nationalhymne "Rule Britannia" her: Es ist der Schlußgesang aus der "Masque of Alfred".
Zu seinen Schülern zählte der Musikhistoriker und Komponist Charles Burney. Sein Sohn Michael Arne war ebenfalls ein geschätzter Komponist.