Warum QiGong für SängerInnen?
Wer steif und starr ist,
ist ein Schüler des Todes.
Wer weich und nachgiebig ist,
ist ein Schüler des Lebens.
(Lao Zi)
+++ DERZEIT BIETE ICH KEINE QIGONG-KURSE AN
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Wahrscheinlich singe ich seit ich sprechen kann - oder schon länger. So weit meine Erinnerung zurückreicht, haben meine Eltern mit meinem Bruder und mir gesungen. Über den Umweg von Klavier- und Orgelspielen sowie Chorleiten bin ich nun seit einigen Jahren wieder beim Singen „gelandet“. Und immer noch entdecke ich neue Facetten, immer wieder und immer mehr erfüllt es mich mit Freude, wenn ich singe, für mich oder für andere, im Chor oder im Ensemble.
Seit mehreren Jahren schon nehme ich nun Gesangsunterricht bei Johannes Geppert. Noch bevor ich mich für körperenergetische Zusammenhänge zu interessieren begonnen habe, kam ich über das Singen unter seiner Anleitung damit in Berührung. Er begreift das Singen als einen „allumfassenden Prozess“. Eine neue Welt tat sich für mich auf. Als ich über meine Partnerin dann auf Qi Gong gebracht wurde, dauerte es nicht mehr lange, bis ich zahlreiche Verbindungen zwischen Singen und Qi Gong zu entdecken begann.
Angeregt durch die Aufgabenstellung, für den Abschluss meiner dreijährigen Qi Gong Ausbildung unter der Leitung von Franz Redl am Shambhala in Wien eine Abschlussarbeit zu schreiben, habe ich mich Ende 2009 auf die Suche gemacht. Einerseits habe ich begonnen, Literatur zum Thema „Qi Gong und Singen“ zu sammeln und zu lesen, andererseits habe ich auch „her-kömmliche“ Literatur zu Qi Gong oder zur Musik mit dem Augenmerk auf Gemeinsamkeiten gelesen oder wieder gelesen. Obwohl ich anfangs ein wenig enttäuscht war von der doch eher geringen Ausbeute an Literatur, die sich explizit auf die Anwendung von Qi Gong beim Singen bezieht, war ich doch erstaunt, wie auffallend ähnlich oft Formulierungen in Qi Gong Literatur und Literatur über Gesang klingen. Teile der aus dieser Idee hervorgegangenen Abschlussarbeit mache ich auf dieser Homepage zugänglich.
Darüber hinaus habe ich begonnen, mich (und andere) beim Singen einerseits und beim Qi Gong Praktizieren andererseits zu beobachten, um „am eigenen Leib“ Zusammenhänge zu erfahren und gewissermaßen im Nachhinein aufzuspüren, wie mein Singen von meinem Qi Gong profitiert hat und nach wie vor profitiert - und umgekehrt.
Ich habe meine QiGong-Kurse aus der Erfahrung heraus entwickelt, dass die Anforderungen an Körper und Geist beim Singen und beim QiGong erstaunlich viele Ähnlichkeiten aufweisen. Mithilfe der einfachen körperlichen Übungen des QiGong, die später durch geistige Aufmerksamkeitsübungen unterstützt werden, wird der Körper spürbar, beweglicher und durchlässiger. Atem und Geist können zur Ruhe kommen, eingefahrene Haltungs- und Bewegungsmuster hinterfragt werden. Die Selbstwahrnehmung und damit auch die Wahrnehmung anderer wird gefördert. Langfristig unterstützt Qi Gong somit ausdrucksstarkes Musizieren, SängerInnen etwa kann Qi Gong helfen, die eigene Stimme besser im Körper zu verankern.
Andreas Gleiß