Konrad Paumann war ein Organist, Lautenist und Komponist, * vor 1415 in Nürnberg, + 24.1. 1473 in München.
Blind geboren, erhielt in seiner Jugend Förderung von Seiten der Nürnberger Patrizierfamilie Grundherr, wurde 1447 Stadtorganist (zuvor bereits Organist an St. Sebald); Hans Rosenplüts »Spruch von Nürnberg« nennt ihn im selben Jahr einen »Meister ob allen Meistern«. Entgegen vertraglicher Vereinbarungen verließ Paumann um 1450 seine Heimatstadt, um in die Dienste Herzog Albrechts III. von Bayern-München zu treten.
Paumann blieb auch unter Albrechts Nachfolgern am Münchner Hof. Er war, über sein Amt hinaus, ein gesuchter Orgelsachverständiger, des weiteren begleitete er seine Dienstherren auf zahlreichen Reisen; herauszuheben sind sein Spiel vor Philipp dem Guten von Burgund (Landshut 1454), seine Aufsehen erregenden Auftritte an oberitalienischen Fürstenhöfen (1470; in Mantua wurde er zum Ritter geschlagen) sowie sein Spiel vor Kaiser Friedrich III. anläßlich des Regensburger Reichstags (1471). P.s Epitaph ist heute noch in der Münchner Frauenkirche zu sehen.
Paumann darf als einer der bedeutendsten Musiker des deutschen Sprachraums im 15. Jh. gelten. Zu einer Zeit, als die deutsche Musik noch gänzlich abhängig von burgundisch-niederländischen Vorbildern war, steht Paumanns Name für die aufkommende deutsche Orgelspielkunst; eine der Hauptquellen deutscher Orgelmusik der Zeit, das »Buxheimer Orgelbuch« (ca. 1470) weist auf einen großen Schülerkreis, der wohl den Städten Nürnberg und München zuzuordnen und dessen Nachwirken kaum zu überschätzen ist. Paumanns überliefertes Werk ist vergleichsweise spärlich; zu nennen sind sein »Fundamentum organisandi«, ein Lehrwerk des Orgelspiels und der Improvisation (vier Fassungen; vgl. Werkverzeichnis), einige Orgelsätze sowie das Tenorlied »Wiplich figur«. Sebastian Virdung (1511) schreibt Paumann die Erfindung der deutschen Lautentabulatur (einer Buchstaben-Notation) zu.