Cornelis Verdonck (1563 – 1625) war flämischer Komponist der Spätrenaissance. Er war einer der letzten Mitglieder der französisch-flämischen Polyphonieschule und bedeutender Komponist von Madrigalen. Sein Stil mischte italienische und niederländische Aspekte.
Verdonck wurde in Turnhout geboren. Er sang als Chorknabe im Antwerper Dom bis zum Alter von neun Jahren. 1572 zog er nach Spanien um Mitglied des Chors von Philip II in Madrid zu sein. Da blieb er bis zum Stimmbruch 1580. Dann zog er zurück in die Niederlande um in Antwerp bei Séverin Cornet zu studieren; vielleicht auch bei Hubert Waelrant. Seine frühsten Werke stammen aus dieser Zeit und wurden gleichzeitig mit denen von Cornet veröffentlicht.
1584 kehrte Verdonck zurück nach Spanien und sang wieder im Chor von Philip II. Er blieb dort bis 1598 oder 1599 und kehrte danach wieder nach Antwerp zurück. 1599 nahm er am auswendig ausgearbeiteten Hochzeitseinzug vom Erzherzog Albert und von der Erzherzogin Isabella in Antwerp, und schrieb eine Motette (Prome, novas) für den Anlass: sie wurde von einem sechsköpfigen Knabenchor auf dem Rücken eines Elefanten aufgeführt, der neben dem Paar herlief (Berichte unterscheiden sich ob er ein echtes oder künstliches Tier war). Diese Motette bleibt bis heute die einzige, welche für die Aufführung auf einem Elefanten bestimmt wurde.
Verdonck blieb in den Niederlanden höchstwahrscheinlich bis seinem Tod 1625. Einer seiner Arbeitgeber war Johannes Carolus de Cordes, der Neffe seines ersten Mäzens; Beweis dafür ist die Widmung eines Madrigalenbuchs, das 1603 veröffentlicht wurde.