Hanns Eisler (* 6. Juli 1898 in Leipzig; † 6. September 1962 in Ost-Berlin) war ein österreichischer Komponist, der neben seinen musikalischen Werken eine Reihe einflussreicher musiktheoretischer und politischer Schriften, aber auch ein bedeutendes Libretto hinterlassen hat.
Eisler gilt neben Alban Berg und Anton Webern als einer der bedeutendsten Schüler von Arnold Schönberg und wird, trotz zeitweiliger inhaltlicher Differenzen zu seinem Lehrer, der Zweiten Wiener Schule zugerechnet. Er war politisch und künstlerisch gesehen Bertolt Brechts engster Weggefährte, mit dem er von Ende der 1920er Jahre bis zu dessen Tod persönlich und musikalisch eng verbunden war. Einige seiner bekanntesten Werke hat er gemeinsam mit Brecht geschaffen. Eisler hinterließ bedeutende Klavier- und Orchesterwerke, eine Reihe kammermusikalischer Kompositionen, zahlreiche Bühnen- und Filmmusiken sowie über 500 Lieder, die vom Arbeiterlied bis zum zwölftönig komponierten Kunstlied reichen. Zusammen mit Theodor W. Adorno schrieb er 1947 ein Standardwerk über Filmmusik (Komposition für den Film).
Gemeinsam mit vielen anderen kulturschaffenden Gegnern des NS-Regimes war Eisler während der 1930er und 1940er Jahre nach kurzfristigen Aufenthalten in verschiedenen europäischen Staaten vor allem in Mexiko und in den USA im Exil. Er hatte Professuren an den Universitäten von New York und Los Angeles. In der Anfangsphase der Ära des sogenannten Kalten Krieges wurden gegen ihn und seinen Bruder Gerhart Eisler 1947 die ersten beiden Verfahren vor dem Komitee für unamerikanische Aktivitäten nach dem Zweiten Weltkrieg durchgeführt. Dies führte zur Ausweisung Hanns Eislers aus den Vereinigten Staaten und zu seiner Rückkehr nach Europa – über Prag zuerst nach Wien und weiter nach Berlin.
Von 1949 bis zu seinem Tod lebte Eisler in Ostberlin, wo er bis zuletzt die Meisterklasse für Komposition an der Deutschen Akademie der Künste leitete. Er ist der Komponist der DDR-Hymne, wofür er den Nationalpreis erster Klasse erhielt. Das Verhältnis der DDR-Staatsführung zu Eisler war trotz seines hohen Ansehens wechselhaft; er blieb bis zu seinem Lebensende österreichischer Staatsbürger.