LASSEN, Eduard, *13.4.1830 Kopenhagen, †15.1.1904 Weimar; dt. Komponist däni-scher Herkunft. Er studierte seit 1842 am Brüsseler Conservatoire und errang 1851 den 1. Preis im Kompositionswettbewerb des belgischen Staates. Anschließend bereiste er Deutschland und Italien und gewann in Weimar die Freundschaft Fr. Liszts, der ihn 1858 zu seinem Nachfolger als Weimarischer Hofkapellmeister bestimmte. Dieses Amt verwal-tete L. bis 1895, dirigierte u.a. Wagners Meistersinger (1869) und Tristan (1874) sowie die Uraufführung von C. Saint-Saëns' Oper Samson und Dalila (1877).
Werke: 227 Klv.-Lieder · Ouvertüren, u.a. Beethoven-Ouvertüre (1870) · ferner Bühnenmusik zu: J.W. von Goethe, Faust I u. II · F. Hebbel, Nibe-lungen, und Sophokles, König Ödipus.
L., der seine französisch geprägte musikalische Bildung nie verleugnete, konnte mit seinen 3 eigenen Opern keine bleibenden Erfolge erringen. Er-hebliche lokale Bedeutung in Weimar aber gewann seine Bühnenmusik zu beiden Teilen von Goethes Faust in der Einrichtung von Otto Devrient (1876). Große internationale Erfolge hatte L. mit seinen Klavierliedern. Aus Einflüssen der französischen Romanze und der Lieder Fr. Liszts bildete er einen durchaus persönlichen Liedstil. Die eingängige, klar gegliederte Gesangslinie und die durchsichtige Klavierbegleitung waren vor allem bei sängerischen Dilettanten außerordentlich beliebt. [m. marx-weber]