Crispin(us) van(de) Stappen (ca. 1465-10. März 1532 in Cambrai, Frankreich) war ein niederländischer Sänger (Tenor) und Komponist der Renaissance und stammt wahrscheinlich aus Flandern. In alten Notendrucken (Mensuralnotation) wird er nur Chrispinus genannt.
Von 1485-1488 war er “cotidiane“ Sänger und Gesangslehrer für Chorknaben an der St. Nicholas Kirche in Brüssel. Nach seiner Anstellungszeit an der Sainte-Chapelle in Paris wurde er 1492 Magister cantus figurati in Padua (Kathedrale) und dort im Jahr 1498 für sechs Monate Maestro di cappella.
Gleichzeitig war er von 1493-1507 Sänger/Komponist in der päpstlichen Kapelle in Rom. Es wird berichtet, dass von 1498 an er als Sänger in ‘s-Hertogenbosch (Kathedrale St. Johannes) tätig war und dort zu der ansässigen Marienbruderschaft gehörte. Im Jahr 1504 erhielt er die Chorherrenwürde an der Kathedrale in Cambrai (Frankreich) und war in dieser Funktion u.a. für das Anwerben und die Auswahl von neuen Sängern (auch für den Papst) zuständig. Weiterhin wird berichtet, dass er im Jahr 1521 eine “Pilgerfahrt“ nach Rom, Padua und Loreto machte und in den Jahren 1524-25 Kapellmeister an der Basilika vom Heiligen Haus in Loreto war. Er starb am 10. März 1532 in Cambrai (Frankreich).
Dem italienischen Drucker Ottavio de` Petrucci (Beginn des Notendrucks mit beweglichen Lettern) ist es zu verdanken, dass Werke geistlichen und weltlichen Charakters von Chrispin van Stappen erhalten sind.
Der Musikhistoriker August Wilhelm Ambros (1816-1876) scheint einige Partituren gekannt zu haben, denn er schreibt über ihn: "das Wenige genügt, in ihm mindestens einen wohlgeschulten Musiker zu erkennen".