Barbara Kluntz (genannt auch "Schneiderbärbele“ oder "Jungfer Kluntz") kam als Tochter eines Schneidermeisters 1661 in Ulm zur Welt. Über ihre frühen Jahre und ihre Ausbildung ist nichts bekannt.
Im Jahre 1704 trat sie im Alter von 43 Jahren in das "Hochedle Sammlungsstift" ein, das im frühen 12. Jahrhundert gegründet worden war.
Das Stift war für unverheiratete adlige, später auch für bürgerliche Frauen eine alternative Lebensform zum üblichen Wirkungskreis Kinder-Küche-Kirche. Attraktiv war das Leben im Stift auch deshalb, weil im Gegensatz zu Klöstern der Kontakt zur Familie nicht abgebrochen werden musste.
Als sie in das Stift eintrat, konnte sie bereits Klavier spielen und verfügte über eine rudimentäre musikalische Bildung. Als Stiftsdame konnte sie ihre Liebe zur Musik verwirklichen, indem sie eigene und fremde Kompositionen auffführte sowie den Töchtern (und Söhnen?) des gehobenen Standes Musikunterterricht ("Clavierschlagen") erteilte.
Kluntz verfasste drei Choralbücher, von denen zwei im Ulmer Stadtarchiv verwahrt werden. Weitere Kompositionen haben sich nicht erhalten. Nebst dem Komponieren verfasste sie auch zahlreiche Gedichte vor allem religiösen Inhaltes und pflegte Kontakte zu Gelehrten und Komponisten im In- und Ausland.
Sie starb im Jahre 1730 in Ulm.