Anke Hanß wird 1584 als Tochter eines wohlhabenden Gutsbesitzers in Koldenbüttel (Nordfriesland) geboren. Sie verwaist früh und heiratet erst 15-jährig den hochrangigen Beamten Hermann Hoijer (Hoyers) und nannte sich fortan Anna Ovena Hoijer (Hoyers). Nach dessen Tod (1622) verlor sie aufgrund von Erbstreitigkeiten einen grossen Teil ihres Vermögens. Sie beginnt nun, sich intensiv mit religiösen Themen auseinanderzusetzen und verfasste in der Folge als überzeugte Schwärmerin mehrere gegen die lutheranische Geistlichkeit gerichtete Schriften. Verschiedentlich gewährte sie ausserdem von der Amtskirche verfolgten Sektierern Obdach und Schutz. Dies brachte sie wiederholt in Konflikt mit der Obrigkeit, die sie der Ketzerei bezichtigten. Sie reagierte mit scharfen antiklerikal-satirischen Gedichten auf diese Angriffe.
Nachdem sie mit Glück 1634 einer verheerenden Sturmflut („Burchardiflut“; 11./12.10.1634) entkommen ist und dabei den Grossteil ihres restlichen Vermögens verloren hat, emigrierte sie schliesslich nach Schweden, wo sie die darauf folgenden Jahre in grosser Armut und in steter Wanderschaft verbrachte.
Auch aus dem schwedischen Exil attackiert sie die deutsche Geistlichkeit wiederholt in scharfer Form.
Erst 1648 stabilisierte sich ihre wirtschaftliche Lage, indem sie von der Witwe Gustav Adolphs ein in der Nähe von Stockholm gelegenes kleine Gut geschenkt erhielt, welches sie zusammen mit ihren Söhnen bis zu ihrem Tod im Jahre 1655 bewohnte.