* 3. Dez. 1856 in Oberdorf, † 2. März 1886 in Davos
Mathilde Brehm wuchs in Wasserburg am Bodensee auf und erhielt von ihrem Vater, einem dort tätigen Lehrer, ihren ersten Musikunterricht. Bereits 1869 trat sie im nahegelegenen Lindau als Kindervirtuosin auf.
Von 1873 bis 1878 besuchte Mathilde Brehm die Königliche Musikschule in München und wurde dort von Ludwig Abel (1835–1895) an der Violine und von Hans Bussmeyer (1853–1930) im Nebenfach Klavier ausgebildet. Sie schloss ihr Studium am 15. Juli 1878 mit dem Vortrag des Violinkonzerts D-Dur op. 61 von Beethoven ab.
1879 berichtet die „Allgemeine musikalische Zeitung“ von einem „exclusiven Damenconcert, veranstaltet von vier vor Kurzem noch der hiesigen Musikschule angehörigen jungen Künstlerinnen […]. Fräulein Mathilde Brehm spielte die Violine, Fräulein Geist das gerade nicht sehr weibliche Cello, Fräulein v. Lottner Clavier und Frau Günthner, ehedem Fräulein Irminger, that sich im Gesange hervor“ (AmZ 1879, Sp. 298f.).
Uneingeschränkte Zustimmung fand 1881 ein Konzert in München, in dem Mathilde Brehm zwei Sonaten von Beethoven und Händel, das Adagio aus dem Konzert a-Moll von Viotti und Air varié von Vieuxtemps spielte. Die „Signale für die musikalische Welt“ bescheinigen „sehr hübsche technische Gewandtheit, gesunden Ton und intelligente Auffassung“.
Am 14. Juli 1882 heiratete die Geigerin Ernst Heim in Zürich; am 11. Mai 1883 wurde die Tochter Mathilde Helene Heim geboren. Mathilde Brehm zog sich nach der Hochzeit dennoch nicht ganz von der Konzertbühne zurück: Am 23. Jan. 1885 gab sie gemeinsam mit ihrem Mann in Zürich im Hotel Bellevue einen Kammermusikabend. Im selben Jahr zog die Familie nach Davos, wo Ernst Brehm ein Engagement als Dirigent erhalten hatte. Weitere Konzerte sind nicht belegt, bis Mathilde Heim 1886 mit 30 Jahren verstarb.