Auszug aus Wikipedia:
PADEREWSKI, Ignacy Jan, *6.(18.)11.1860 Kuylówka (Gouvernement Podolien), †29.6.1941 New York; poln. Pianist, Komponist und Politiker. Er studierte 1872—78 Klavier am Konservatorium in Warschau, 1881—84 Komposition zunächst bei Fr. Kiel, dann bei Heinrich Urban in Berlin, wo er auch von A. Rubinstein gefördert wurde, und war 1884—87 Meisterschüler von Th. Leschetitzky in Wien. Von Wien aus begann er 1887 seine Konzertlaufbahn und galt bald als einer der besten Pianisten seiner Zeit. In der Nähe von Morges (Schweiz) erwarb er 1899 das Landgut Riond-Bosson, das sein fester Wohnsitz blieb. 1909—13 leitete er das Warschauer Konservatorium. 1913 ging er in die USA, gab 1915 seine Konzerttätigkeit auf und setzte sich in einer großen öffentlichen Kampagne für den Wiederaufbau eines unabhängigen Polen ein. 1918—19 war er polnischer Botschafter in Washington und 1919—20 Ministerpräsident und Außenminister des neugegründeten polnischen Staates. 1922 nahm er seine Konzertreisen wieder auf. 1940 wurde er Präsident der polnischen Exilregierung. Seine Autobiographie veröffentlichte er 1939 in London unter dem Titel The Paderewski Memoirs (mit M. Lawton). 1977 wurde in Morges eine P.-Gesellschaft gegründet.
Durch seine vielseitige künstlerische und geistige Wirksamkeit wie durch seine außerordentliche persönliche Ausstrahlung war P. eine Sondererscheinung im Musikleben seiner Zeit. Als Pianist stand er in der Tradition Fr. Liszts. Charakteristisch für sein Spiel waren ein ungemein weicher Anschlag, häufiges Rubato und große Unabhängigkeit der Hände. Als Komponist von konservativer Grundhaltung, knüpfte er an Fr. Chopin und P. Tschaikowsky, in seiner Oper Manru auch an R. Wagner an. Viele seiner Werke verarbeiten polnische Volkslieder; als einer der ersten verwendete er auch Volksmusik der Tatra.