Vincenzo Antonio Petrali vertrat bereits im Kindesalter seinen Vater, der auch zunächst sein Lehrer war, an der Orgel in seiner Heimatstadt Crema, studierte dann für kurze Zeit Musik in Mailand, spielte später alle Streichinstrimente, und wirkte u.a. in Cremona, Bergamo und Brecia als Organist, Domkapellmeister, Dirigent und Komponist, gab auch Unterricht in Musiktheorie (Harmonielehre, Kontrapunkt und Generalbass) am Lizeum in Pesano. Er war in seiner Zeit einer der gefragtesten Orgel- und Klaviervirtuosen und galt beim Improvisieren als unerreichter Meister.
Sein Œvre umfasst Oratorien, Opern, Orchesterwerke, Messen, Kompositionen für Orgel, Klavier wie auch Musik für Blaskapelle,da er zeitweise auch die Leitung einer solchen inne hatte, aber auch Unterrichtswerke für Harmonielehre und Orgelspieltechnik.
Sein Kompositionsstil ist geprägt von der Zeit zwischen spätem Barock bzw.Vorklassik und der angehenden Romantik, weist sowohl populäre wie auch liturgisch und opernhaft ausgerichtete Elemente auf bis hin zur spätere Vorliebe füt strengen Kontrapunkt und fiel ab und an für damals bemerkenswerte Kühnheiten auf.