CHORON, Alexandre-Étienne, *21.10.1771 Caen, †29.6. 1834 Paris; frz. Musikpädagoge, -schriftsteller und Komponist. Er studierte zunächst Sprachwissenschaft und Mathematik, wandte sich dann aber der Musik zu. Sein ererbtes Vermögen investierte er in den Verlag Leduc, um damit die Veröffentlichung von Werken bis dahin unbekannter älterer Komponisten, u.a. von Josquin des Prés, N. Porpora, G. Palestrina, N. Jommelli und L.A. Sabbatini, zu ermöglichen. 1812 wurde er mit der Reorganisation der Kantoreien und Maîtrisen beauftragt. 1816—17 war er Direktor der Opéra, anschließend Direktor der École primaire de Chant, in der er zum ersten Mal in größerem Umfang in Paris Werke Bachs, Händels und Palestrinas zur Aufführung brachte. 1826 ging aus ihr die École de Musique classique et religieuse hervor, die sich ausschließlich der Chorschulung widmete. Dieser Aufgabe setzte die Revolution von 1830 ein Ende. Ch. komponierte auch zahlreiche kirchenmusikalische Werke