Konrad Hagius (auch Conrad von Hagen und Cunradus Hagius Rinteleus (Rinteln, * um 1550, † 1616 vor dem 23.9 daselbst) führte ein bewegtes Leben, das ihn durch weite Teile Europas führte. Bei protestantischen wie bei katholischen Herren gleichermaßen fand er Anstellungen. Während über seine ersten 30 Lebensjahre nichts bekannt ist, findet er Erwähnung ab 1581 als Bassist in Stuttgart, 1584 als Hofkomponist in Emden, bis zu Beginn der 1590er Jahre lebte er als Musiker des Herzogs Johann Wilhelm des Reichen von Jülich in Düsseldorf. Hier veröffentlichte er 1589 seine 4-stimmige Vertonung des Psalters von Caspar Ulenberg. Nach einer ausgedehnten Reise durch Deutschland, Österreich, Böhmen, Ungarn, Polen, Preußen und Litauen wirkte er 1607 als Bassist an der Hofkapelle Herzog Friedrichs von Württemberg in Stuttgart. 1611 ging er als Hofkomponist nach Rinteln, wo er auch starb.
Neben den „Psalmen Davids“ schuf er die „Neuen deutschen Tricinien“ (Frankfurt a. Main 1604), auch das „Canticum virginis intemeratae Magnificat … 4, 5 et 6 voc.“ (Dillingen 1606). Ihm zuzuordnen sind auch „Neue künstliche musikalische Intraden, Pavanen, Galliarden, Passemezen, Courrant u. Uffzüg, zu 4, 5 u. 6 Stimmen, darunter etliche Phantasien oder Fugen mit 2 u. 3 Stimmen … welche … gar neulich componirt…“ (Nürnberg 1616)