Ulrich Brätel (* um 1490/95, † 1544/45 in Stuttgart) war ein deutscher Komponist der Renaissance. Zahlreiche Schreibweisen seines Namens sind überliefert (Namen: Brätl, Bratl, Bratel, Prettl, Braetellius, Bratellius, Pratelius, Praetel, Praitl; Vornamen: Hulderich, Ulrichus, Huldrichus, Huldericus, Ulrichius); seine Werke zeichnete er zumeist nur mit »H. B.«. Der Geburtsort ist unbekannt, neuere Untersuchungen lassen Augsburg als wahrscheinlich erscheinen. Über seine Wanderjahre ist wenig erforscht; vermutlich war er in Wien (1515) Schüler des Komponisten Paul Hofhaimer. Nach seinen eigenen Angaben in einem Brief von 1535 war Brätel bei vielen Königen, bevor er als Komponist Ulrichs von Württemberg und Ehegerichtssekretarius in Stuttgart angestellt wurde (1535).
1533-42 datierte, zu seiner Zeit in Deutschland weit verbreiteten Kompositionen stammen aus der Stuttgarter Zeit. Brätels Werke zeichnen sich durch ihre Rückwärtsgewandtheit aus. Ausgezeichnetes kontrapunktisches Können paart sich mit etwas spröden Melodiewendungen und Zusammenklängen.
Werke (soweit Urheberschaft gesichert): 9 weltliche deutsche Lieder, erschienen bei Schöffer (dem Jüngeren)-Apiarius in „Fünfundsechzig teutscher Lieder, Straßburg 1536“