Hans Christoph Haiden (Hanns Christoff, Hanß, Christoph; Heyden, Heiden, Hayden, Heyd), (* getauft 14. Februar 1572 Nürnberg, † 9. Februar 1617 Nürnberg) war ein deutscher Komponist, Organist, Orgelsachverständiger und Textdichter. Über Kindheit, Jugend und Ausbildung von Hans Christoph ist uns nichts überliefert. 1591 wird er Organist an der Spitalkirche im Nürnberg, 1596 wird er Organist in St. Sebaldus. Aufgrund von Vorkommnissen, die der (u. a. Sexual-) Moral Nürnbergs nicht entsprechen, verliert er die Stelle 1616. Beim Bischof von Eichstätt und Bamberg erhält er darauf eine Anstellung als Schatzmeister. Er übt diese Tätigkeit jedoch nur wenige Wochen aus. Er stirbt Anfang 1617 und wird am 9. Februar in Nürnberg beerdigt. Hans Christoph hinterlässt seiner Frau Anna Maria einen Berg von Schulden. Sie wird dadurch gezwungen, ein Haus und die verbleibenden Druckwerke ihres Mannes zu verkaufen.
Hans Christoph Haiden hat uns zwei Druckwerke hinterlassen: 1601 erschien in Nürnberg beim Drucker Paul Kauffmann „Gantz neue lustige Täntz und Liedlein, deren Text mehrer theils auff Namen gerichtet, mit vier Stimmen, nicht allein zu singen, sondern auch auff allerhand Instrumenten zu gebrauchen“. 1614 erschien beim gleichen Drucker „Postiglion der Lieb“: Darinnen „gantz neue lustige Täntz, dern Text mehrtheils auff Namen gerichtet: neben etlichen Intraden und anderen frölich Schlafftruncksliedlein: nicht allein zu singen, sondern auch auff allerhand Instrumenten zugebrauchen, mit vier Stimmen komponiert.“ In beiden Drucken finden sich schlichte aber sauber gesetzte homophone und homorhythmische Tanzstücke zu vier Stimmen SATB. Kunstvoll wollen diese Sätze nicht sein, sie sind vielmehr im besten Sinne ‚Gebrauchsmusik‘.