Sigmund Hemmel (* um 1520; † 1565) war ein württembergischer Komponist und Hofkapellmeister in Stuttgart. 1544 ist Hemmel erstmals in der Stuttgarter Hofkapelle unter Herzog Ulrich von Württemberg als Tenorist dokumentiert. Ab dem Neujahrstag 1552 übernahm er dort den Kapellmeisterposten. 1554/55 war Hemmel auf Sängersuche, auch übergab er der „Sängerei vier Gesangsstücke“. Einer (Schulden-?) Statistik zufolge (datiert im Jahrgang 1565/66) ist zu erfahren, dass „Sigmund Hemmel, Tenorist und Altist, [...] nur [noch] ein halbes Jahr gelebt hat. Seiner Hausfrau [Ehefrau] wurde [trotzdem] laut Quittung die ganze Besoldung von 50 Gulden ausgehändigt“. Gleichzeitig wurde Hemmels Witwe Barbara eine Restschuld von 35 Gulden erlassen, weil er „den ganzen deutschen Psalter in vier Stimmen komponiert [und] unserem gnädigen Fürsten und Herrn übergeben hat“ [Es handelt sich um Christoph von Württemberg (* 12. Mai 1515 in Urach; † 28. Dezember 1568 in Stuttgart), Regentschaft: 1550-1568]. Ende August 1565 muss Hemmel gestorben sein.
Das bedeutendste Werk Hemmels stellt sicherlich „Der gantz Psalter Davids“ dar, eine vollständige vierstimmige Vertonung des Psalters in deutschsprachigen Bereimungen verschiedener Textdichter (insgesamt 151 Tonsätze). Das Werk erschien posthum (1569) „Getruckt zu Tübingen / bey Ulrich Morharts Wittib“. Außerdem sind einzelne weitere Kompositionen handschriftlich überliefert, so die Motette „Da pacem Domine“ (Gib Frieden, Herr) sowie die Messkomposition „Missa super Ker wider Glück mit Freuden“ (Messe zu „Kehr wieder, Glück mit Freuden“).