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Harry Waldau (* 7. April 1876 in Liegnitz als Valentin Pinner; † März 1943 im KZ Auschwitz) war ein deutscher Pianist, Komponist, und Textdichter.
Über Waldau / Pinners Kindheit und Jugend in Niederschlesien, auch über seine Ausbildung ist bisher nur wenig bekannt. Es wird angenommen, dass er seine Karriere als Sänger und Schauspieler an Possen- und Operettenbühnen begann.
Pinner lebte in Berlin als Kapellmeister und Pianist und schrieb als “Harry Waldau” in den 1910er und 1920er Jahren Musik und Texte für die Unterhaltungsbühne und das Kabarett. Namhafte Künstler der Zeit haben sie interpretiert. Von vielen seiner Werke sind Grammophon-Aufnahmen überliefert. Im Kabarett »Schall und Rauch« wurde er im April 1921 Hauskapellmeister. Zeitweise betrieb er selbst ein Kabarett in Berlin.
Pinner arbeitete mit Textdichtern wie A.O.Alberts, Richard Rillo und Hanns Dekner und mit Komponisten wie Rudolf Nelson, Max Niederberger und Alfred Pickert zusammen. Mit Nelson und A.O.Alberts verfasste er 1919 die Revue „Wetten dass…?“, mit Niederberger schrieb er die Operette Der Liebesexpress, die 1931 auch verfilmt wurde. Für Leo Aschers Operette Bravo Peggy, die am 29. April 1932 in Berlin Premiere hatte, verfasste er zusammen mit Walter Lichtenberg und Armin Robinson das Libretto.
Auch zu mehreren Filmen hat er Musik komponiert. 1914 dirigierte er sogar selber eine Kinokapelle.
Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten 1933 durfte er als Künstler jüdischer Abstammung nicht mehr arbeiten und sah sich rassischer Verfolgung ausgesetzt.
Pinner wohnte zuletzt in Wilmersdorf in der Xantener Straße 6. Im 67. Lebensjahr wurde er am 2. März 1943 aus seiner Wohnung geholt, nach Polen deportiert und dort im KZ Auschwitz umgebracht.
Harry Waldau ist nicht zu verwechseln mit Theodor Waldau, welcher eigentlich Dorku Goldberg hieß und ebenfalls Schlagerdichter war: als “Wauwau” verfasste er viele Lieder mit Hermann Leopoldi. Er musste am 27. März 1942 im KZ Buchenwald sein Leben lassen.
Am 17. Mai 2017 wurde vor seinem ehemaligen Wohnort, Berlin-Wilmersdorf, Xantener Straße 6, ein Stolperstein verlegt.