Paul Homberger (* ca. 1560, vmtl. in Graz; † 23.12.1634 in Regensburg) war ein Lehrer, Komponist und Kantor. Dessen Vater, der Theologe Jeremias H., wirkte ab 1574 in Graz als Organisator der protestantischen Kirche, was ihm die Feindschaft der Grazer Jesuiten und des Erzherzog Karl verschaffte und ihn 1585 zur Übersiedlung nach Regensburg veranlasste. Paul Homberger erhielt dort und in Wittenberg seine Ausbildung. Später hielt er sich in Italien (1595 in Padua) auf, wo er Schüler Giovanni Gabrielis war. 1598 war er vorübergehend als Präzeptor an der evangelischen Stiftsschule in Graz tätig, bis 1601 ist er auch in Spitz an der Donau und in Weißenkirchen bei Krems nachweisbar. Seit 1601 lebte und arbeitete er in Regensburg als Lehrer und Kantor am dortigen Gymnasium.
Homberger komponierte zahlreiche geistliche (mit auf dem Alten Testament basierenden Texten) und weltliche Gesänge, deren Texte er zumindest zum Teil selbst verfasste. Hier stellte er sein Talent für gut gearbeitete Gebrauchsmusik unter Beweis. Alle seine Kompositionen aus der Zeit bis 1601 (Kirchenmusik, Festmusiken, Hochzeits- und Brautlieder) sind verschollen.