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Paul Mania (* 1883; † 1. August 1935) war ein deutscher Organist, Pianist, Komponist und Orchesterleiter.
Paul Mania kam 1883 im niederschlesischen Czepolowicz im Landkreis Brieg als Sohn eines Bauern zur Welt. Trotz seiner schon früh erkennbaren musikalischen Begabung musste er erst eine ungeliebte Kaufmannslehre durchlaufen, ehe er aufgrund eines heimlichen Musikstudiums am Konservatorium in Breslau und der Förderung durch den Inhaber der Musikalienhandlung Ibach in Köln zu einem erfolgreichen Musiker werden konnte.
Manias Hauptschaffenszeit als Komponist fällt in die Jahre 1910 bis 1920. Bekannt wurde er durch seine Verto-nung rheinischer Dichtungen, die wegen ihrer Volkstümlichkeit bald weit verbreitet waren. So wurde sein berühmt gewordenes Lied Im Rolandsbogen, zu welchem der Heimatdichter Jörg Ritzel die Worte geschrieben hatte, 1914 erstmals aufgeführt. Es wurde auf zahlreichen Liedpostkarten verbreitet.
Auch populäre Lieder wie Zu Rüdesheim in der Drosselgass’ oder die Vertonung des Gedich-tes Rheintreue von Josef Schlegel als Chorsatz zählen zu Manias Werken, ebenso wie das Brohltallied, dessen dichterische Vorlage von Johann Jacobs stammte und das sich nicht nur bei den Bewohnern des Brohltales bis heute großer Beliebtheit erfreut.
Mania schrieb jedoch nicht nur Rhein- und Weinlieder, sondern vertonte auch literarische Texte von Otto Julius Bierbaum, Wilhelm Busch, Ludwig Fulda, Hermann Löns und Heinz Steguweit. Auch komponierte er den Marsch der Kölner Prinzengarde, der heute noch im Kölner Karneval offiziell als Prinzen-Gardemarsch gespielt wird.
Im Ersten Weltkrieg musste er aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes nicht einrücken, sondern fand Gelegenheit, über 400 Konzerte für wohltätige Zwecke zu veranstalten.
Mania wirkte sowohl als Organist und Pianist, der z. B. im Gürzenich namhafte Gesangssolisten begleitete, als auch als Orchesterdirigent, namentlich aber als Chorleiter regionaler Vereinigungen, z. B. des Kölner Männer-chores, des Kölner Mania-Frauenchores, des Solinger Männergesangvereins, besonders aber des 1842 gegründe-ten Kölner Männergesangvereins.
Dazu pflegte er als Solist das Spiel auf der Orgel und dem Harmonium, das er als Instrument besonders schätzte.
Neben der ernsten Musik waren es aber auch die heiteren Lieder seiner neuen rheinischen Heimat, deren Vortrag durch bekannte Karnevalisten wie Willi Ostermann oder Gerhard Ebeler er als Orchesterleiter begleitete.
Als der Rundfunk in Deutschland aufkam, war es die WERAG (Vorläuferin des Westdeutschen Rundfunks), die ihn 1924 als Chordirektor, Solistenbegleiter, als Komponisten und stellvertretenden Kapellmeister verpflichtete.
Seinem Ruf als Meister auf dem Harmonium verdankte Mania das Engagement beim Lindström-Konzern in Berlin, für dessen Marke Parlophon er ab 1924 zahlreiche Grammophonplatten bespielte. Hier trat er ebenso solistisch wie auch als Begleiter bedeutender Sänger von Bühne und Konzertsaal hervor, auch von Sängern der Synagoge wie dem Kölner Oberkantor Hermann Fleischmann, dem letzten Kantor von Hannover, Israel Alter, oder dem russischen Kantor Morris Katzin.
Im Jahre 1934 erkrankte Mania schwer und musste ins Spital gebracht werden. Am 1. August 1935 starb er im Alter von 52 Jahren in seiner schlesischen Heimat im Kurorte Obernigk (Oborniki Śląskie im Katzengebirge).