Josef Annegarn war der Sohn des Kötters Joan Annegarn und seiner Frau Maria Annegarn, geb. Burlage. Im Februar 1806 wurde er mit elf Jahren durch den Tod seines Vaters Halbwaise. Er wuchs gemeinsam mit seinen beiden Geschwistern in sehr ärmlichen Verhältnissen in Ostbevern auf.
Ab seinem 14. Lebensjahr besuchte Annegarn das Gymnasium Paulinum (Münster) und studierte anschließend Theologie und Philosophie an der akademischen Lehranstalt, dem Vorläufer der Westfälischen Wilhelms-Universität. Nach der Priesterweihe 1818 wurde er Vikar der Gemeinde Sankt Lamberti und Lehrer an der von Bernhard Heinrich Overberg geführten Normalschule in Münster. Ab 1830 war Annegarn Pfarrer der Gemeinde St. Fabian und Sebastian in Selm.
1836 wurde er zum Professor am Lyceum Hosianum in Braunsberg berufen. Dort lehrte er Kirchengeschichte und Kirchenrecht, nahm aber auch seelsorgerische Aufgaben wahr.
„Neben der Erfahrung, die wir selbst machen, ist die Geschichte die beste Lehrerin. Durch sie lernen wir die Dinge nach ihrem wahren Werte würdigen und werden aufgefordert, gut und groß zu handeln. Wer in seiner Zeit zu wirken gedenkt, muss die Geschichte kennen, und wer die Gegenwart recht beurteilen will, dem darf die Vergangenheit nicht unbekannt sein;“
– Josef Angegarn [1]
Bekannt wurde er vor allem durch sein literarisches Schaffen. Seine volkstümliche Weltgeschichte erfuhr in 100 Jahren 11 Auflagen und ist heute noch weit verbreitet. Dadurch prägte er für fast ein Jahrhundert den Unterricht an den katholischen Volksschulen in Preußen.
Josef Annegarn starb im Alter von 48 Jahren. Nach ihm sind in seiner Heimatgemeinde Ostbevern eine weiterführende Schule und eine Straße benannt.
Quelle: Wikipedia