Hans Sommer (* 20. Juli 1837 in Braunschweig; † 26. April 1922 ebenda; eigentlich: Hans Friedrich August Zincken genannt Sommer) war ein deutscher Komponist und Mathematiker.
Hans Sommer war der Sohn von Otto Gustav Zincken genannt Sommer (* 28. März 1809; † 9. Januar 1840), einem Sohn des Braunschweiger Hofarztes und Entomologen Julius Leopold Zincken genannt Sommer, und seiner Frau Nanny geborene Langenheim (1813–1902), Tochter des Braunschweiger Rechtsanwalts und Notars Friedrich Wilhelm Langenheim. Nach dem frühen Tod des Vaters (1840) wuchs er von 1845 an in der Familie seines Stiefvaters, des Optikers und Fabrikanten Peter Wilhelm Friedrich Voigtländer (1812–1878), in Wien und Braunschweig auf. Voigtländer förderte früh Sommers mathematische Begabung, indem er ihn beispielsweise von 1851 an in Braunschweig als Jungstudent auf das renommierte Collegium Carolinum schickte. Ebenso erhielt Sommer bereits seit den Wiener Jugendjahren (1845–1849) privat eine musikalische Grundausbildung. Sommers Wunsch, Musik zu studieren, trat Voigtländer entschieden entgegen und bestand auf einem Mathematik- und Physikstudium in Göttingen (1854–1858). Zu Sommers Lehrern gehörten hier die Professoren Peter Gustav Lejeune Dirichlet (Mathematik) und Wilhelm Weber (Physik) sowie Bernhard Riemann, Moritz Stern und Richard Dedekind. Dedekind, mit dem Sommer auch privat viel verkehrte und der ihm zuvor schon in Braunschweig Privatunterricht erteilt hatte, wurde in Göttingen zu seinem wichtigsten Mentor. Sommer betrieb außerdem Geschichtsstudien bei Georg Waitz, besuchte Vorlesungen des Philosophen Rudolf Hermann Lotze, begann mit Kompositionsunterricht und wurde 1854 durch Dedekind in die Burschenschaft Brunsviga eingeführt.