Adolf Ruthardt (* 9. Februar 1849 in Stuttgart; † 12. September 1934 in Leipzig) war ein deutscher Pianist, Komponist und Herausgeber zahlreicher Klassikerausgaben für die Edition Peters.
Seine Werke sind heute weitgehend vergessen. Ruthardt schrieb, mit einer Ausnahme, Werke für Klavier oder Klavier zu 4 Händen. Neben seiner Komponistentätigkeit war er Autor mehrerer Bücher über das Klavier und das Klavierspiel. Sein Wegweiser durch die Klavier-Literatur, dessen Herausgabe er von Johann Carl Eschmann übernommen hatte, erschien zwischen 1888 und 1925 in acht Auflagen.[1] Die Schule der Claviertechnik von Carl Eschmann-Dumur legte er in autorisierter deutscher Übersetzung vor. Zuletzt lebte er in der Scheffelstraße 35 in Leipzig-Connewitz.
Walter Niemann schrieb 1913 über Ruthardts Kompositionen:
"Seine vielen Spezial-Etüdenwerke gehören zu den besten und verbreitetsten unserer Zeit, weil er die seltene Kunst versteht, den prosaischen Zweck technischer Förderung hinter poetischem und geistreichem Inhalt zu verstecken. So geschickt, dass ihrer viele - [...] - zugleich schöne Charakterstücke von poetischer Inspiration darstellen,"[2]
Als Herausgeber zahlreicher Klavierwerke berühmter Komponisten für die Edition Peters ist er bis heute im Gedächtnis geblieben. Seine Ausgaben, die heute weitgehend durch Urtextausgaben ersetzt sind, waren mit genauestem Fingersatz versehen, der den älteren Stand der Pianistik und Klavierpädagogik widerspiegelte, aber Generationen von Klavierspielern, besonders den Laien, eine große Hilfe war.