Wolodymyr Sokalskyj (24. April 1863 in Heidelberg; † 1919 in Sewastopol, damals Russland) war ein ukrainischer Komponist, Pianist, Musikkritiker und Jurist. Er kam im deutschen Heidelberg als Sohn des Ökonomen und Statistikers Iwan Petrowytsch Sokalskyj (1830–1896) zur Welt. 1885 schloss er ein Jurastudium an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Charkiw ab und studierte anschließend an der Charkower Hochschule für Musik der Russischen Musikgesellschaft Klavier. Musikgeschichte und -theorie erlernte er autodidaktisch.
Sokalskyj war als professioneller Lehrer, Pianist und Dirigent tätig. So arbeitete er als Korrepetitor an der Charkiwer Oper und dirigierte Konzerte seiner Werke. Von 1882 an arbeitete er als Korrespondent für eine Charkiwer Zeitung, die auch seine „Музыкальные заметки“ (Musiknoten) veröffentlichte. Bei Treffen des Charkower Zweigs der russischen Musikgesellschaft wurden seine Werke ausgeführt, und die Oper „Repka" wurde in Poltave, Smolensk, Tiflis und Charkow aufgeführt. 1902 war er Staatsanwalt am Bezirksgericht Ust-Medveditsa. Im Herbst 1911 wurde er Vorsitzender des Bezirksgerichts Wologda. 1918 veranstaltete er in Wologda mit seiner Tochter Lydia und seinem Schwiegersohn Ilja Ginezinski mehrere Vorträge und Konzerte, die dem Schaffen von Beethoven und Grieg gewidmet waren. 1919 machte er Urlaub in Sewastopol und erkrankte an Typhus. Er starb dort und wurde auf dem Stadtfriedhof beigesetzt.
Seine Werke umfassen mehrere Symphonien, darunter die Symphonie in g-Moll (1892), mit der er die Tradition der ukrainischen Symphonie des 19. Jahrhunderts fortsetzte. Außerdem schrieb er im Jahr 1900 die auf einem ukrainischen Volksmärchen basierende Kinderoper „Ripka“. Zudem komponierte er Chormusik, Klavierstücke und anderes.