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Alois Kutschera (* 5. Dezember 1859 oder 23. Mai 1859 in Pest; † 22. Okto-ber 1919 in Wien) war ein österreichischer Komponist von Wienerliedern und Textdichter.
Alois Kutschera wurde am 5. Dezember 1859 in Budapest im Stadtteil Pest geboren. Er lebte und arbeitete in Wien und schrieb Märsche, Couplets und Lieder, vor allem aber Wienerlieder.
Zu seinen zahlreichen Werken, von denen einige im gesamten deutschen Sprach-raum Verbreitung fanden, schrieb er zumeist Melodien und Texte selber. Viele davon sind sehr rührselig und sentimental. Sein wohl erfolgreichstes Lied wurde das 1898 geschriebene Rührstück Weißt Du, Muatterl, wos i tramt hob, das bis heute zum festen Repertoire von Wienerlied-Interpreten bis zu Peter Alexander zählt. Seine Melodie wurde aufgrund ihrer Po-pularität auch für zahlreiche Parodien bzw. Umdichtungen herangezogen.
In seinen – im Gegensatz zu den Liedern meist eher heiter gehaltenen – Couplets macht er sich z. B. über „närrische Soubretten“, aber auch über „zu emanzipierte“ Frauen wie Die Ge-lehrte oder Die Vielbereiste her. In diesen Texten erweist er sich ganz als Kind seiner Zeit. Seine Lieder besingen schöne Orte (Schönau, mein Paradies) und schöne Frauen (Du bist zu schön um treu zu sein), aber auch Die gute alte Ritterzeit. Einen Marsch widmete er im Gedenken an seine Vaterstadt den Budapester Gastwirten, einen anderen einem Jugend-freund.
Schon früh wurden seine Lieder auf Tonträgern, auf Edison-Cylindern und auf Wachszylin-dern aus den Jahren 1902/1912 zu hören: Du bist zu schön um treu zu sein (Kutschera) sung by Johannes Bischoff. German Columbia Phonograph Co. cylinder record (#57050), recorded 1902. Dieser schwarze Wachszylinder war zwar beschädigt, konnte aber in vielen Stunden Arbeit wieder hergestellt werden. Kutscheras Melodie Schönau, mein Paradies… wurde in Deutschland im Jahre 1912 mit dem Johann-Strauß-Orchester und Chorgesang auf Edison Gold Moulded cylinder record #16236 (2 min. Goldgusswalze) aufgenommen und den ersten Schallplatten, festgehalten und unter die Leute gebracht. Seine besten Verbreiter aber waren die Heurigen-Musikanten – zu den populärsten Liedern, die auch von den Wiener Heurigen-Musikern gerne gespielt wurden, zählen Mein Elend oder Verlorenes Glück, Waan net Muatterl, waan net (Text Richard von Ranna), Die unvergesslichen Augen sowie Vergiss das arme Mädchen nicht und Außer Rand und Band – und ihre „Natursänger“. Als „Natursänger“ werden Sänger bezeichnet, deren Stimme unverbildet, d. h. durch keine Ausbildung gegangen ist; sie waren schon zur Zeit der Brüder Schrammel beliebt. Seine Kompositionen erschienen im Verlag Rózsavölgyi & Co. in Budapest und Leipzig, später auch bei Doblinger, Josef Blaha und Otto Maas in Wien.
Kutschera starb am 22. Oktober 1919 in Wien.